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Beitrag von Maja Mainka aus Training aktuell 08/26, August 2026
Die kognitiven Fähigkeiten auf eine spielerische Art und Weise trainieren und Wissenswertes über die Funktionsweisen des Gehirns vermitteln – das will die App Clever. Sie enthält über 40 Denkspiele mit insgesamt mehr als 4.000 Level, die unter anderem die Bereiche Gedächtnis, Konzentration, Logik, Sprache und Problemlösung verbessern sollen. Ergänzt wird das Angebot durch über 15 IQ- und Mentaltests. Laut App Store verwenden zum jetzigen Zeitpunkt bereits 15 Millionen Menschen weltweit die App des englischen Entwicklungsteams DPM APPS LP.
Für den Test lade ich „Clever“ aus dem App Store meines Smartphone herunter. Im Anschluss öffne ich sie und lande auf einem Begrüßungsbildschirm. Mit einem Klick auf „Los geht's“ startet eine Slideshow. Abgefragt wird zuerst das persönliche Trainingsziel. Danach fragt die App, was ich über mich herausfinden möchte (u.a. IQ-Wert, emotionale Intelligenz oder Persönlichkeitsprofil). Im Anschluss werden die zu verbessernden Bereiche (u.a. Gedächtnis, Logik und Sprache) erfragt. Nun folgen einige Angaben zur Person ebenso wie das Setzen eines Tageszieles. Am Ende der Slideshow fordert mich die App auf, das Premium-Modell drei Tage lang kostenlos auszuprobieren. Im Anschluss an den Testzeitraum gibt es unterschiedliche Zahlmodelle: So z.B. eine wöchentliche Zahlung von 9,99 Euro, ein Jahresabo für 34,99 Euro sowie eine Einmalzahlung von 44,99 Euro. Bereits für die Verwendung der kostenlosen Testversion ist das Hinterlegen einer Zahlungsmethode erforderlich. Ich entscheide mich für ebenjene und gelange auf den Startbildschirm.
Clever ist in fünf Bereiche eingeteilt, zwischen denen mittels einer Leiste gewechselt werden kann. Unter „Spiele“ finden sich neben „Dein tägliches Spiel“ alle Games der unterschiedlichen Kategorien (u.a. Gedächtnis, Problemlösung, Sprache oder Konzentration). Rechts davon folgt der Bereich „Marathon“, eine Auswahl an Spielen der App. Ein gestrichelter Weg demonstriert die Marathon-Strecke, beginnend mit dem ersten Level „Bootcamp“. Es zeigt sich, dass die Strecke insgesamt 60 Etappen umfasst, die nach und nach freigeschaltet werden. Dann folgt der Bereich „Tests“. Hier ist erkennbar, wie viel Zeit ebenjene in Anspruch nehmen. So soll der allgemeine IQ-Test insgesamt 20 Minuten dauern, während der Gehirntyp- oder der Burnout-Test jeweils nur drei bis fünf Minuten dauern sollen. Der letzte Bereich „Gehirn“ gibt einen Überblick über die persönlichen Fortschritte bei App-Nutzung.
Da die Auswahl groß ist, beginne ich mit dem täglichen Spiel. Ein S-förmiger, bunter Pfad mit Stationen erscheint. Unterschiedliche Farben markieren die Schwierigkeitsgrade, beginnend mit Dunkelblau für Anfänger. Auswählen kann ich nur den ersten Punkt: die Anleitung. Ein interaktives Video demonstriert, wie das von der App vorgeschlagene Game „Rette mich“ gespielt wird: Auf dem Bildschirm erscheint eine Piktogramm-Figur. Mittels eines einmaligen Linienzuges soll eine schützende Barriere zwischen dem Männchen und aus dem Boden ragenden Pfeilen gezogen werden. Ich ziehe eine Linie und rette so die Piktogramm-Gestalt. Danach startet das erste Level. Zu sehen ist ein hektisch winkendes Piktogramm-Männchen mit Brille und Aktentasche, das droht, von einem Flügel getroffen zu werden. Erneut ziehe ich eine Linie, um es vor dem drohenden Unheil zu bewahren. Ich erhalte fünf blaue Punkte. Die nachfolgenden Level sind ähnlich gestaltet, allerdings werden die Aufgaben kniffliger. Wiederholen kann ich sie beliebig oft. Außerdem kann ich mit einem Klick auf das Pausen-Symbol Spieltipps in Anspruch nehmen. Nach dem siebten Level verlasse ich das Spiel. Nun rufe ich es erneut auf, um herauszufinden, ob ich im Pfad vorangeschritten bin: Es zeigt sich, dass ich den dunkelblauen Anfänger-Bereich bereits abgeschlossen habe.
Ich probiere ein weiteres Spiel aus: „Elemente sortieren“ der Kategorie „Problemlösung“. Erneut sehe ich einen S-förmigen Pfad. Mit einem Klick auf „Anleitung“ geht es los. Eine repetitive Animation demonstriert mir, dass ich gleiche Element-Kugeln in Kolben sammeln soll. Ich tippe auf „Verstanden“ und starte das erste Level. Beim Versuch, die kleinen Kugeln von einem Kolben zum nächsten zu befördern, scheitere ich zunächst, denn entgegen meiner Annahme muss ich die Elemente nicht mit dem Finger verschieben, sondern einmalig antippen. Daraufhin bewegen sie sich nach oben und mit einem weiteren Tipp in den zu befülllenden Kolben. Nach Abschluss eines jeden Levels erhalte ich fünf grüne Punkte.
Als Nächstes probiere ich einen Test aus: „Emotionale Intelligenz“, der fünf bis sieben Minuten dauern soll. Es erscheint ein Fensterchen mit Informationen, einschließlich eines Haftungsausschlusses, demnach der Test weder der Diagnostik noch der Behandlung dient. Insgesamt erwarten mich 40 Aussagen, denen ich voll oder in Abstufung zustimmen oder nicht zustimmen soll. Im Anschluss erhalte ich u.a. eine Einschätzung meines persönlichen EQs (max.160). Zudem werden Empehlungen zur Steigerung des EQs gegeben.
In den nächsten Tagen nutze ich die Testversion von Clever regelmäßig. Ich absolviere weitere Level mir bereits bekannter Spiele, setze den Marathon fort und probiere hin und wieder neue Games und Tests aus. Hierzu gehören z.B. „Sterne merken“ oder der „Burnout-Test“. Außerdem behalte ich den auswertenden Bereich „Gehirn“ im Blick.
„Clever“ hat mit über 40 Spielen, u.a. einigen Eigenkreationen wie „Weltraumreinigung“ und „Wörterflug“, sowie mehr als 15 Tests viel zu bieten. Anfänglich kommen mir die Minispiele einfach vor, der stetig steigende Schwierigkeitsgrad trägt allerdings dazu bei, dass sie fordernd bleiben. Inwiefern das Gehirn letztlich trainiert wurde, kann ich nicht beurteilen, die Übungen tragen jedoch allemal dazu bei, den Kopf mental zu beanspruchen. Gelungen ist auch das App-Design. Mir gefallen die kleinen Pfade, die den Verlauf der Spiele optisch ansprechend darstellen. Auch die Visualisierung des Bereichs „Gehirn“ ist übersichtlich und nachvollziehbar.
Weniger gelungen finde ich hingegen das Game-Design einiger Minispiele. So empfinde ich viele Darstellungen im Spiel „Rette mich“ als schonungslos. Unter anderem gilt es, eine Figur vor dem doppelten Abschuss zu bewahren. Für eine App, die unterhaltsam und trainierend sein will, erscheint mir der spielerische Einsatz von Schusswaffen an dieser Stelle als nicht angemessen. Weiterhin ist die Handhabung der Spiele trotz Anleitung nicht immer eindeutig. Fraglich ist auch, welchen Mehrwert die durchgeführten Tests letztlich bieten und ob die hochpreisige App nach Beendigung der kostenfreien Testphase in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis steht.
Eine pickepackevolle, unterhaltsam-bunte Gehirnjogging-App.
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