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Beitrag von Christine Flaßbeck und Ronja Schlegel aus Training aktuell 06/26, Juni 2026
Die Arbeitswelt ist in den vergangenen Jahren spürbar schneller und komplexer geworden. Globale Zusammenarbeit, digitale Kommunikationskanäle und hybride Arbeitsmodelle prägen heute den Alltag vieler Beschäftigter. Damit steigen die Anforderungen an übergreifende Kompetenzen wie Kommunikation, Feedbackfähigkeit, Entscheidungsfindung oder den Umgang mit Unsicherheit.
Gleichzeitig werden die Zeitfenster zum Erlernen dieser Kompetenzen immer kleiner. Zudem lassen sich diese Fähigkeiten kaum durch reinen Wissensinput entwickeln. Sie entstehen durch Übung, unmittelbares Feedback und Reflexion, idealerweise nah an realen Alltagssituationen. Für Weiterbildungsprofis stellt sich somit eine zentrale Frage: Wie lässt sich das kombinieren – Kompetenzen wirksam entwickeln, in immer kleiner werdenden Zeiträumen?
Microtrainings sind eine Antwort auf diese Frage. Sie setzen auf kurze, klar umrissene Lerneinheiten, die sich flexibel in den Arbeitsalltag einbauen lassen. Allerdings bleiben viele dieser standardisierten Formate in ihrer Wirkung begrenzt: Inhalte und Abläufe sind vorab festgelegt, Interaktionen folgen häufig einer festen Klick-Logik, Feedback ist nur eingeschränkt möglich. Mit dem Aufkommen generativer KI verschieben sich diese Grenzen. Damit lassen sich Microtrainings um dialogische, adaptive Elemente erweitern, ohne dass dafür eine komplexe Lernsoftware genutzt werden muss. KI-Systeme können auf Eingaben in natürlicher Sprache reagieren, unterschiedliche Perspektiven einnehmen und Rückmeldungen situativ anpassen. Dadurch entstehen Übungssituationen, die stärker an reale Kommunikations- und Entscheidungskontexte erinnern als klassische, vorstrukturierte Formate.