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Beitrag von Yvonne Konstanze Behnke aus Training aktuell 06/26, Juni 2026
Learning & Development steht unter Rechtfertigungsdruck. In Zeiten knapper Ressourcen geraten Weiterbildungsbudgets stärker in den Fokus. Zugleich wächst der Erwartungsdruck: Lernmaßnahmen sollen nicht nur gut ankommen, sondern sichtbar wirken. Sie sollen das Verhalten verändern, die Leistung verbessern, Skill Gaps schließen und die Unternehmensziele unterstützen. Diese Lage wird durch Versprechen aus dem Technologieumfeld verstärkt. Chatbots, Hyperpersonalisierung und Automatisierung sollen das Lernen schneller, günstiger und effizienter machen und mitunter sogar ganze L&D-Bereiche ersetzen.
Gleichzeitig ist die Erwachsenenbildung anfällig für Moden, Hypes und Buzzwords, die innovativ klingen und schnelle Lösungen für die komplexen Herausforderungen unserer heutigen Lern- und Arbeitswelt versprechen. Aussagen wie „Modernes Lernen ist micro- und bite sized“ oder „Lernen muss leicht sein, sonst läuft etwas falsch“ passen perfekt in diese Logik. Solche Sätze tauchen meiner Erfahrung nach regelmäßig in Workshops, LinkedIn-Posts, Keynotes, Strategiepapieren und Pitch Decks auf. Sie wirken eingängig, werden oft mit großer Überzeugung vorgetragen und erzählen einfache Erfolgsgeschichten für komplexe Herausforderungen. Eingebettet in gutes Storytelling werden sie selten systematisch hinterfragt.
Werden Entscheidungen über Lernstrategien oder Trainingsdesign von Moden statt von Evidenz geleitet, entstehen Lernangebote, die gut gemeint sind und modern daherkommen, aber ihre Wirkung verfehlen.
Dabei sind Lernmythen und falsche Annahmen nicht gerade harmlos. Wenn sie – manchmal auch nur implizit – Entscheidungen über Lernstrategien, Trainingsdesigns, Lernarchitekturen und Erfolgskriterien beeinflussen, kann das teuer werden. Denn werden solche Entscheidungen von Moden statt von Evidenz geleitet, entstehen Lernangebote, die gut gemeint sind und modern daherkommen, aber ihre Wirkung verfehlen. Das hat handfeste Konsequenzen in der Praxis: