Editorial

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Das Bauchgefühl trainieren

Alle Coachs nutzen im Coaching ihre Intuition. Doch die wenigsten reflektieren sie bewusst. Warum es so wichtig ist, sich neugierig und kritisch mit dem eigenen Bauchgefühl auseinanderzusetzen, und wie das gelingt, erfahren Sie in dieser Ausgabe.

Alle Coachs nutzen in ihrer Arbeit ihre Intuition – sei es, um das Coachinggespräch zu lenken, die nächste zielführende Frage zu wählen oder sich für eine passende Intervention zu entscheiden. Selbst wenn sie hierfür Standardprozesse entwickelt haben, setzen sie doch bei der Prozessführung und der Art und Weise, wie sie Coachees in ihrer einzigartigen Persönlichkeit begegnen, auf ihr Bauchgefühl. Das macht Intuition zu einem universellen Handwerkszeug im Coaching, ist Coach und Weiterbildnerin Martina Nohl überzeugt. Dennoch spielt sie in Coachingausbildungen bislang kaum eine Rolle. Doch warum überlässt man diese wesentliche Grundlage dem Gespür und dem Erfahrungswissen des einzelnen Coachs? Zum einen, weil das Thema sehr komplex ist, zum anderen, weil es schnell einen esoterischen Touch hat, vermutet Nohl.

Doch gerade da die meisten Coachs ihre intuitiven Fähigkeiten nicht bewusst reflektieren, erscheinen ihnen diese oft umso „magischer“. Nohl plädiert dafür, sich gleichzeitig neugierig und kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, um der inneren Stimme nicht einfach blind zu vertrauen und sie tatsächlich gewinnbringend im Coaching einzusetzen. Denn damit Coaching gelingen kann, braucht es eben beides: Intuition und logisches Denken. Anregungen dazu, wie Coachs ihr Bauchgefühl besser wahrnehmen, schulen und einsetzen können, liefert Nohl in ihrem Beitrag. Dabei plädiert sie für einen spielerischen Umgang. Denn die Intuition ist wie eine Katze: Sie lässt sich nicht mit Zwang herbeilocken, sondern will eingeladen und willkommen geheißen werden.

Per Ausbildung zum Speaker?

Um Skills ganz anderer Art geht es beim Speaking: mit einer ausgefeilten Rhetorik glänzen, die Zuhörenden inspirieren, die Bühne rocken. Doch wie gelingt der Sprung auf die große Bühne, von der so viele Trainer, Beraterinnen und Coachs träumen? Mit einer Speakerausbildung – das versprechen zumindest immer mehr Angebote. In jüngster Zeit sind Weiterbildungen dieser Art geradezu wie Pilze aus dem Boden geschossen. Mittlerweile gibt es Dutzende auf dem Markt, selbst die Rednervereinigung German Speakers Association (GSA) wagt da keine Angabe zur genauen Zahl. Welche Inhalte werden in den Kursen vermittelt? Für wen macht eine Ausbildung Sinn? Und geht damit der Traum vom Speaking wirklich in Erfüllung? Training aktuell wirft im Beitrag einen Blick auf den Trend.

Autor(en): Miriam Wagner
Quelle: Training aktuell 01/22, Januar 2022
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