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Beitrag von Marcel Leeb aus Training aktuell 08/26, August 2026
Eine Klientin steht vor mir. Wir blicken über Buckelwiesen im Voralpenland. Sie berichtet von einem beruflichen Schritt, der längst überfällig ist: neue Rolle, mehr Verantwortung, die Hoffnung auf mehr Freiheit. Und gleichzeitig dieser Satz: „Vielleicht ist es noch nicht der richtige Zeitpunkt.“ Seit einer Stunde sind wir unterwegs. Wir haben sortiert, geklärt, geschärft und abgewogen. Und doch steht die Klientin innerlich noch am Anfang. Sie schaut auf den schmalen Pfad vor uns: „Ich weiß, dass ich will. Aber ich komme nicht in Bewegung.“
Übergänge sind emotional und tief bewegend, auch körperlich, und berühren Fragen, die sich nicht nur rein rational beantworten lassen.
Damit ist meine Klientin kein Einzelfall. Gesprächsarbeit, etwa im Coaching, klärt Annahmen, erweitert Perspektiven, aktiviert Ressourcen oder richtet auf ein Ziel aus. Doch wenn Menschen in Übergangsprozessen festhängen, liegt es selten an fehlender Einsicht. Vielmehr sind Übergänge emotional und tief bewegend, auch körperlich, und berühren Fragen, die sich nicht nur rein rational beantworten lassen:
Veränderungsprozesse gehören seit jeher zum Menschsein. In der Vergangenheit galten sie jedoch nicht als Optimierungsprojekt, sondern als Schwellenzeit: Initiationen, Übergangsrituale, Zeremonien. Diese Phasen waren Erfahrungsräume, in denen Menschen innehielten, sich konfrontierten, etwas symbolisch durchschritten, sich erneuerten und gestärkt in einen neuen Abschnitt gingen.