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Beitrag von Klaus Eidenschink aus Training aktuell 09/25, September 2025
Der Begriff „Bedürfnis“ bezeichnet unsere Fähigkeit, als Menschen zu spüren, was wir brauchen, was wir wollen und was uns guttun könnte. Die Erkenntnis dessen, was uns nährt und wachsen lässt, ist also kein ausschließlich kognitiver Vorgang, sondern eine umfassende Selbstwahrnehmungsleistung. Diese Form der Selbstkenntnis ist bei fast allen Menschen ohne tiefergehende Auseinandersetzung mit eigenen Mustern leichter oder stärker eingeschränkt. Warum?
Die Erkenntnis dessen, was uns nährt und wachsen lässt, ist kein ausschließlich kognitiver Vorgang, sondern eine umfassende Selbstwahrnehmungsleistung.
Wir erlernen die Regulation unserer Bedürfnisse sehr früh im Kontakt mit anderen. Mit manchem, was wir als Kinder wollen – sei es Nah-Sein, Für-sich-Sein, Unbekümmert-Sein, Geschützt-Sein, Einzigartig-Sein oder Zugehörig-Sein –, erleben wir bestärkende und verbindende Resonanz, bei anderem jedoch laufen wir ins Leere, werden beschämt oder abgewertet, erfahren Zurückweisung oder Aggression. Geschieht dies regelmäßig – z.B. „Immer dann, wenn ich Trost brauche, ist keiner da!“ –, umschließt und ummantelt ein Schmerz dieses Bedürfnis. Aus einem Bedürfnis wird ein „Aua-Bedürfnis“. Kein Kind will „Aua“. Also bringt es das Bedürfnis zum Verschwinden, damit der Schmerz weggeht, und sucht sich gleichzeitig ein Ersatzbedürfnis, das die Lücke füllt.