Reflexion

Besser verunsichert
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Bedürfnis – was ist das?

Bedürfnisse gelten gemeinhin als der Schlüssel zu Wohlbefinden, doch was genau ist damit eigentlich gemeint? Oft werden Wünsche, Erwartungen oder äußere Bedingungen fälschlich dafür gehalten. Berater Klaus Eidenschink zeigt im neuen Teil seiner Serie, weshalb Abhängigkeit von äußeren Reaktionen unglücklich macht und warum echte Bedürfnisse stets eigene Aktivität bedeuten.

Die Vielfalt und Verwirrung, die in der Alltagspsychologie über Bedürfnisse, ihre Wichtigkeit und den Umgang mit ihnen herrscht, ist verblüffend. Sind sie doch das, was uns täglich motiviert und viele unserer Handlungen leitet. Bedürfnisse zu haben und ihnen Ausdruck zu verleihen, ist für seelisches Wohlbefinden besonders wichtig. Es gilt als gut, Bedürfnissen nachzugehen. Was also ist ein Bedürfnis? „Ich möchte gesehen werden!“ Ist das ein Bedürfnis? Nein! „Ich möchte reisen!“ Auch das ist kein Bedürfnis! Warum nicht?

Bedürfnisse sind eigene Aktivitäten

Zum ersten „Ich möchte gesehen werden!“: Bedürfnisse (im Erwachsenenalter) sind dadurch gekennzeichnet, dass sie immer eine eigene Aktivität sind – also nicht „Ich möchte gesehen werden“, denn das macht der andere, sondern „Ich möchte mich zeigen!“. Ob ich mich zeige oder nicht, darüber kann ich selbst entscheiden. Wäre „Ich möchte gesehen werden“ ein Bedürfnis, kann man darüber eben nicht selbst entscheiden. Es entstünde eine Abhängigkeit. Man müsste zwangsläufig genau schauen, in welchen Situationen man es wagt, sich zu zeigen. Jeder müsste die Bereitschaft überprüfen, ob die anderen „gucken“ wollen, und je nach fantasiertem (!) Ergebnis es tun oder lassen. Bedürfnisse würden uns nicht frei, sondern abhängig machen, weil wir auf günstige Reaktionen von anderen angewiesen wären.

Schaut man sich allerdings um, dann entdeckt man, wie sehr Menschen darum kämpfen, dass andere ihre „Bedürfnisse“ stillen. Beispielsweise: „Mein Chef soll mich loben!“, „Die Firma soll mir Freiraum lassen!“, „Mein Partner soll mich lieben!“ So versucht man zu gefallen, zu drohen, zu locken oder zu bestrafen, um andere zum erwünschten Verhalten zu bringen. Gelingt dies nicht, fühlt man sich schlecht.

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