Interaktion

Altersheterogene Gruppen trainieren
Altersheterogene Gruppen trainieren

Das Mehrgenerationenlernen

In Trainings werden altersheterogene Teilnehmendengruppen immer häufiger: Berufseinsteiger der Generation Z sitzen neben erfahrenen Mitarbeitenden der Generation X oder sogar den Babyboomern. Die daraus resultierende Vielfalt an unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Wertvorstellungen und Lernbedürfnissen stellt Trainerinnen, Trainer und Lernbegleitende vor Herausforderungen. Wie sie diesen begegnen können und die Vielfalt als Chance für das gemeinsame Lernen nutzen, berichten Inga Geisler und Julia Hartinger aus ihrer Trainingspraxis.

Warum sollten wir uns mit generationenübergreifendem Trainingsdesign beschäftigen? Reicht es nicht aus, verschiedene Lernpräferenzen in das Training zu integrieren und den Altersfaktor außer Acht zu lassen? Nein, lautet unsere Antwort. Und zwar wegen solcher Situationen aus einem Training im vergangenen Jahr:

Zu Beginn eines Train-the-Trainer-Seminares saßen wir im Stuhlkreis. Auf dem Boden vor jedem Stuhl lagen die Namensschilder. Ein junger Teilnehmer – Anfang zwanzig – saß mit hinter dem Kopf verschränkten Armen und lang ausgestreckten Beinen auf seinem Stuhl. Dadurch wurde sein Namensschild von seinen Füßen verdeckt, und niemand konnte den Namen lesen. Höflich wies ich ihn darauf hin, dass ich seinen Namen nicht lesen könne, ihn aber gerne damit ansprechen möchte. Ich fragte ihn, wie er heißt. Er sagte mir seinen Namen und erklärte, dass er es sich erst einmal bequem gemacht hätte. Kurz hielt ich inne, um mir eine passende Antwort à la „Bequem machen wir es uns zu Hause auf dem Sofa“ zu überlegen, stoppte jedoch meine Gedanken und schwieg. Ich ignorierte die Situation und fuhr fort. Später stellte sich heraus, dass er erwartet hatte, dass nun vier Tage Zuhören und Powerpoint-Folien-Schlacht vor ihm lagen. Er war positiv überrascht, dass trotz der Anwesenheit einiger Angehöriger der Generation X und sogar der Boomer-Generation ein auf Austausch basierendes Training stattgefunden hatte. Das hatte er laut eigener Aussage so noch nicht erlebt.

Situationen wie die gerade beschriebene bergen ein hohes Konfliktpotenzial, denn es entstehen schnell Bewertungen, die sich durch das gesamte Training ziehen können und die Stimmung beeinträchtigen. Daher sind eine offene und am Menschen interessierte Haltung sowohl von Trainerinnen und Trainern als auch den Teilnehmenden besonders in generationengemischten Gruppen wichtig. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es einige Faktoren gibt, die entscheidend sind, um das volle Potenzial der Vielfalt zu nutzen, wenn verschiedene Generationen gemeinsam lernen und sich langfristig austauschen.

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