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Mails am Pool, Telefonat im Hotel, SMS am Strand: Für die Mehrheit der deutschen Beschäftigten bedeutet Urlaub eine Auszeit mit Einschränkungen. Das hat eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom mit 1.004 Teilnehmenden ergeben. Demnach sind zwei Drittel der Berufstätigen, die in diesem Jahr einen Sommerurlaub machen, währenddessen beruflich erreichbar. In erster Linie reagieren sie dabei auf Kurznachrichten und Anrufe: 62 Prozent sind per SMS oder Messengerdienste wie WhatsApp zu erreichen; 61 Prozent gehen auch im Urlaub ans Telefon. Darüber hinaus sind 22 Prozent per Mail ansprechbar, 14 Prozent nehmen Videocalls wahr und sieben Prozent sind bei Kollaborationstools wie Microsoft Teams oder Slack online. Die Antworten auf die Frage, warum die Befragten auch im Urlaub erreichbar bleiben, zeichnen allerdings ein beunruhigendes Bild: Denn ein Großteil der Befragten fühlt sich unter Druck gesetzt, erreichbar zu bleiben. So geben 53 Prozent an, dass ihre Kolleginnen und Kollegen Erreichbarkeit von ihnen erwarten; bei 47 Prozent geht der Druck von der Führungskraft aus.
Ein Drittel der Befragten sieht sich durch Kundinnen und Kunden in der Pflicht. Doch nur weil die Möglichkeiten zum zeit- und ortsflexiblen Arbeiten gegeben sind, sollte das nicht dazu führen, dass Beschäftigte überhaupt nicht mehr abschalten können, mahnt Studienautor Bernd Rohleder: „Wer sich wirklich erholen kann, lebt nicht nur gesünder, sondern arbeitet auch produktiver.“ Er sieht Führungskräfte daher in der Pflicht, rechtzeitig Vertretungslösungen zu organisieren und Erwartungen an die Mitarbeitenden transparent zu kommunizieren. Das Ziel soll laut Rohleder immer sein, dass Notlösungen wie die WhatsApp-Nachricht im Urlaub gar nicht erst in Anspruch genommen werden müssen.
Beitrag von Sophie Dériaz aus managerSeminare 342, September 2026