Tutorial
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Mit der Maschine führen

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend viele Aufgaben übernehmen – agentische KI kann sogar ganze Prozesse eigenständig abwickeln. Welche Skills die Führungskraft von morgen braucht und wie die Zusammenarbeit mit der KI gelingt.

Welche Fähigkeiten sind für Führungskräfte jetzt wichtig?

Kurzfristig werden Technikwissen und „Digital Literacy“ unerlässlich. Führungskräfte sollten mit den Grundlagen von KI vertraut sein und die Tools professionell nutzen können („Prompt Engineering“). Gleichzeitig ist ein kritischer Umgang mit der Technologie Pflicht: Wer führt, muss die Grenzen von KI und ihre ethischen bzw. datenschutzrechtlichen Herausforderungen kennen. Mittelfristig müssen Führungskräfte lernen, KI-Agenten einzusetzen, also Programme, die selbstständig Arbeitsabläufe übernehmen.

Welche Skills zeichnen Führungskräfte in Zukunft aus?

  1. Resilienz: Der bevorstehende Umbau der Wirtschaft bringt Herausforderungen – Algorithmen übernehmen Aufgaben, die seit jeher Menschen erledigt haben. Jobs gehen verloren. Der Stolz auf die eigene Arbeit schwindet, weil KI einen Großteil davon erledigt. Führungskräfte brauchen Resilienz, um mit diesen Entwicklungen umgehen zu können.

  2. Adaptivität und Neugier: Die Umsetzung neuer Ideen ist in Zukunft oft kein Engpass mehr, weil die KI sie übernimmt. Umso mehr gefragt sind neue Perspektiven bzw. die Kompetenz, Dinge immer wieder neu zu denken und sich anzupassen.

  3. Kritisches Denken: Bisher existieren im Alltag viele Prüfmechanismen; Medien etwa garantieren für den Wahrheitsgehalt von Nachrichten. Bei KI fehlen diese Prüfmechanismen oft noch. Führungskräfte müssen in die Rolle des „Contrarian“ (Querdenkers) schlüpfen, der die Ergebnisse der KI immer kritisch hinterfragt.

  4. Data Curation: Führungskräfte müssen zu „Daten-Kuratoren“ werden. Sie stellen sicher, dass KI-Systeme mit hochwertigen und ausgewogenen Daten trainiert werden. Grundwissen in Statistik und Datenwissenschaft ist dafür unerlässlich.

Was müssen Führungskräfte in Zukunft nicht mehr können?

Die detaillierte Steuerung des operativen Geschäfts verliert an Bedeutung. 2028 werden schon 15 Prozent aller Geschäftsentscheidungen von KI gefällt, sagt das Marktforschungsunternehmen Gartner voraus – 2024 war es erst ein Prozent. Führungskräfte geben in Zukunft oft nur noch die Leitplanken vor, innerhalb derer die KI agiert (Stichwort „Alignment“); Mikromanager werden weniger denn je gebraucht. Aufgaben wie Reports schreiben, Freigaben erteilen und Compliance-Checks durchführen verschwinden aus dem Alltag einer Führungskraft, genauso wie die Leistungskontrolle. Möglichst viel fachspezifisches Wissen anzuhäufen, wird ebenfalls überflüssig. Generative KI kennt sich in jeder Domäne bestens aus und verfasst die nötigen Reports, Analysen und Prognosen.

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Was ändert sich in der Management-Ausbildung?

Die Lehrpläne bekommen eine „U-Form“. Am linken, einfachen Ende stehen die Grundlagen. Sie bleiben weiter wichtig, um Dinge schnell plausibilisieren zu können. Der „Mittelbauch“ dagegen verschwindet, also das umfangreiche domänenspezifische Wissen. Zugleich gewinnt „High-Level Thinking“ an Bedeutung – etwa das Verständnis für komplexe Dynamiken und das Hinterfragen von Konzepten. Das spiegelt sich im Lehrpersonal wider: An guten Business Schools bilden nicht nur Betriebswirte den Führungsnachwuchs aus, sondern zunehmend auch Philosophen, Psychologen und Soziologen.

Quelle: Niels Van Quaquebeke, Kühne Logistics University (KLU)

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