Tutorial
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In sieben „Röststufen“ zur Rednerpersönlichkeit

Für Speaker Coach Robert Steffen hat eine exzellente Rede viel mit einem tollen Espresso zu tun: von der Auswahl der Bohnen, also der Inhalte, über die gekonnte Reduktion bis hin zur Darreichungsform. Einer der wichtigsten Schritte in diesem Prozess: die Röstung der Bohnen, ergo die schrittweise Herausbildung und Schärfung der Rednerpersönlichkeit. Steffen empfiehlt dafür die folgenden sieben „Röststufen“.

1. Stufe: Achte auf deine Glaubwürdigkeit

Alles steht und fällt mit deiner Glaubwürdigkeit. Glaubwürdigkeit ist kein Merkmal, das du dir selbst zuschreiben kannst, sie ist ein Vertrauensvorschuss, den dir deine Zuhörenden verleihen. Glaubwürdigkeit entsteht aus der Übereinstimmung von Haltung und Handlung. Sie wird schnell zerstört, wenn das, was du sagst, nicht dem entspricht, was du tust bzw. nicht dem, für das du tatsächlich zu stehen scheinst. Hinterfrage dich vor allem deswegen genau darin: Wer bist du? Wofür willst du stehen? Worum geht es dir? Was hast du zu geben? Denn ohne das Fundament der Glaubwürdigkeit wirken alle rhetorischen Techniken wie eine Fassade.

2. Stufe: Verbanne Bitterstoffe aus deinem Kopf

In dieser Stufe geht um jene „grünen Bohnen“, die deine Speech ungenießbar machen können – also um unfertig geröstete Anteile deines Selbst wie Selbstzweifel, Blockaden, zurückgehend etwa auf alte Kränkungen oder Glaubenssätze aus der Vergangenheit („Ich bin nicht interessant genug“). Oft stecken sie hinter rhetorischen Mängeln. Und deswegen solltest du dich mit genau diesen „Bitterstoffen“, die deine Präsenz als Redner oder Rednerin beeinträchtigen können, beschäftigen. Ziel ist es, die Sätze zu erkennen, sie aufzuarbeiten – und aus dem eigenen Blend zu verbannen. Dies hilft dir dabei, deinen Fokus von der Angst darauf zu lenken, was du den Adressaten zu geben hast.

3. Stufe: Wähle Worte, die in dir und durch dich wirken

Worte erzeugen in unseren Köpfen ganze Welten. Ein einzelnes Wort kann in unserem Geist ein ganzes Kaleidoskop damit verbundener Bilder, Erinnerungen, Vorstellungen und Emotionen hervorrufen. Worte sind daher wie Anker, die Identität stiften und Verhalten steuern. Beispiel: Der Begriff Ubuntu aus dem südlichen Afrika bedeutet so viel wie Menschlichkeit und meint: Niemand kann für sich allein bestehen, wir alle brauchen einander. Deswegen sind Gemeinschaftssinn und gegenseitige Fürsorge so wichtig. Beschäftigt man sich mit einem Begriff wie diesem und lernt die Denkwelt dahinter kennen, kann er für einen zum Symbol für eine Haltung werden, die man vertreten will. Finde daher Begriffe oder Sätze, die so präzise und bedeutungsvoll sind, dass sie das, was dir wichtig ist, bündeln. Und denk daran: Die Grenzen deiner Sprache sind die Grenzen deiner Welt; es kann sich immer lohnen, diese Welt durch neue Begriffe zu erweitern – siehe Ubuntu.

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