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Beitrag von Ralf Schmitt und Vaya Wieser-Weber aus managerSeminare 342, September 2026
Gerade unter Druck reagieren viele Führungskräfte nicht auf die Situation selbst, sondern auf das, was diese innerlich auslöst: Zeitdruck, Ärger, Sorge oder Kontrollverlust. Dann wird schnell erklärt, entschieden oder beschleunigt. Nicht immer, weil es sinnvoll ist, sondern weil es beruhigt. Bevor Sie reagieren, halten Sie kurz inne. Atmen Sie einmal bewusst aus. Fragen Sie sich: Was ist gerade tatsächlich passiert? Was interpretiere ich hinein? Welche Information fehlt mir? Bin ich klar genug, um jetzt zu entscheiden? Diese Unterbrechung schafft Abstand zwischen Reiz und Reaktion. Genau dort entsteht Führungsspielraum.
Konkret: Legen Sie vor wichtigen Gesprächen das Handy weg und fragen Sie sich: Was braucht dieser Moment von mir – Entscheidung, Frage, Klärung oder erst einmal Zuhören?
In unsicheren Situationen ist die endgültige Lösung oft noch nicht sichtbar. Trotzdem brauchen Menschen Orientierung. Diese entsteht nicht nur durch Pläne, sondern auch durch die Geschichte, die Führungskräfte über den Prozess erzählen. Es macht einen Unterschied, ob im Raum die Erzählung entsteht: „Wir wissen es nicht, also läuft etwas falsch.“ Oder ob die Geschichte lautet: „Wir sind eine lernende Organisation. Wir gehen den nächsten Schritt, prüfen die Wirkung und passen an.“ Das ist keine Beschönigung. Es ist eine Rahmung, die Unsicherheit nicht versteckt, aber auch nicht dramatisiert.