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Beitrag von Stephanie Markstahler aus managerSeminare 342, September 2026
Als Ausgangspunkt eignet sich eine Aufgabe, die an einen KI-Agenten oder ein entsprechendes Werkzeug übertragen wurde. Entscheidend ist dabei nicht der Wortlaut des Prompts, sondern die Führungsleistung dahinter. Enthielt die Aufgabenbeschreibung ein klares Ziel? Wurde beschrieben, woran ein gutes Ergebnis zu erkennen ist? War ausreichend Kontext vorhanden, damit der Agent die Aufgabe einordnen konnte? Fehlende Informationen sind häufig kein Zufall, sondern spiegeln Annahmen wider, die in der täglichen Zusammenarbeit selbstverständlich erscheinen. Genau diese stillschweigenden Annahmen werden durch KI-Agenten sichtbar.
Im nächsten Schritt lohnt sich der Vergleich mit einer ähnlichen Aufgabe, die an ein Teammitglied delegiert wurde. Welche Informationen wurden dort ausdrücklich genannt? Welche Erwartungen blieben unausgesprochen, weil sie als selbstverständlich galten? Erfahrene Mitarbeitende gleichen Unklarheiten oft durch Erfahrung, Rückfragen oder informelle Absprachen aus. KI-Agenten können das nur eingeschränkt. Der Vergleich macht deutlich, welche Orientierung Menschen zusätzlich erhalten, ohne dass sie bewusst formuliert wurde. Daraus lassen sich oft wertvolle Hinweise ableiten, wie Delegation insgesamt klarer und nachvollziehbarer gestaltet werden kann.
Besonders aufschlussreich ist ein kleiner Praxistest im Team. Dafür eignet sich eine überschaubare Aufgabe, die ohnehin ansteht – etwa die Recherche zu einem Projekt, die Vorbereitung einer Kundenpräsentation oder die Strukturierung eines Berichts. Wichtig ist weniger das Ergebnis als der gemeinsame Lernprozess. Während der Zusammenarbeit sollte beobachtet werden, an welchen Stellen Missverständnisse entstehen, wo zusätzlicher Kontext benötigt wird und welche Arbeitsweisen sich bewähren. Häufig zeigen sich dabei nicht nur Unterschiede im Umgang mit KI-Agenten, sondern auch bislang unerkannte Muster der Zusammenarbeit im Team.