Tutorial
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Erzählkunst kultivieren

In schwierigen Zeiten brauchen Mitarbeitende Orientierung. Geschichten vermitteln diese besser als kalte Fakten. Deswegen hilft es gerade in Krisenzeiten, ein offenes Ohr für Narrationen zu haben, die im Unternehmen kursieren, diese aufzugreifen und konstruktiv weiterzustricken. Vier Formate, die Erzählkompetenz ins Unternehmen bringen.

Erzählwerkstätten

In Erzählwerkstätten sammelt man Erfahrungswissen und implizites Wissen aus der Organisation, um daraus nach allen Regeln der Kunst Geschichten zum Weiterverbreiten zu entwickeln. Um eine Erzählwerkstatt durchzuführen, wählt man einen Ort im Unternehmen, der für kreatives Arbeiten gut geeignet ist. Dort sollte es beispielsweise Visualisierungsflächen, inspirierende Arbeitsmaterialien und unbedingt ein, zwei gemütliche Sofas geben, die zum Geschichtenerzählen einladen. Eine kluge Idee ist es, sich mit Unternehmensbereichen zusammenzutun, die in Sachen Storytelling ohnehin schon geübt sind (Marketing, PR, Content Creation). Meist geht es in so einer Werkstatt dann zunächst einmal darum, das nötige Wissen rund ums Storymaking und Storytelling aufzubauen sowie Erzählstrukturen und Werkzeuge, wie die klassische Heldenreise, kennenzulernen – um schließlich eigene Geschichten zu entwickeln, die abstrakte Botschaften in zugänglicher Form transportieren.

Storytelling Camps

Storytelling Camps sind meist Events mit einer größeren Teilnehmerzahl als eine Erzählwerkstatt. Doch auch hier geht es darum, zu lernen, wie man Themen mittels Geschichten vermittelt – und dann narrativ tätig zu werden, also verschiedene Geschichten, ganze Serien oder neue Storytelling-Konzepte zu erarbeiten. Zu diesem Zweck werden Themen gesammelt und als Überschriften auf Pinnwände geschrieben. Dort bilden Interessierte Arbeitsgruppen. Es können auch mehrere Gruppen unabhängig voneinander am gleichen Thema arbeiten; das erhöht die Varianz. Zunächst definiert jede Gruppe ihr Ziel: Welches Thema will sie mittels einer Geschichte oder gar Geschichten-Serie wem nahebringen und wieso? Nachdem die Ausgangsproblematik geklärt ist, entwickeln die Teams ihre Geschichten. Die Ergebnisse werden am Schluss im Plenum vorgestellt.

Kollektives Storytelling

Kollektives Storytelling sorgt dafür, dass alle im Unternehmen an der Narration über ein bestimmtes, für die Organisation wichtiges Thema mitstricken können, etwa über das Thema Nachhaltigkeit. Hat ein Unternehmen zum Beispiel in einem ersten Schritt kollektiv Sustainability-Maßnahmen entwickelt, werden dazu in einem zweiten Schritt – ebenfalls kollektiv – die entsprechenden Storys kreiert. Diese entstehen dynamisch im Dialog: Man erzählt einander in Gruppen, welche Narrationen es im Unternehmen schon gibt, die das Thema berühren und knüpft hier an. Passende Formate dafür sind beispielsweise Lunch Talks, Workshops oder World Cafés, in weitverzweigten Organisationen auch Online-Events. Zustande kommen so in der Regel spannende und glaubwürdige Geschichten, da viele unterschiedliche Charaktere und Blickwinkel involviert sind.

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