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Beitrag von Tobias Endler aus managerSeminare 336, März 2026
Der erste Schritt zu einer emanzipierten Erfolgsdefinition besteht in der Reflexion, was man bisher als Erfolg ansieht. Dabei spielen gesellschaftliche Konventionen eine große Rolle, die unbewusst wirken und im Wesentlichen drei Erfolgsmodelle vorgeben: das vor allem ökonomisch orientierte „Macher-Modell“, das eher werteorientierte „Mensch-Modell“ und das auf Sichtbarkeit zielende „Spotlight-Modell“.
Bewege ich mich in einer der drei Standardschablonen? Definiere ich meinen Erfolg vor allem über …
… Status, Leistung und Wohlstand, sehe ich mich als Leitwolf oder Dealmakerin (= „Macherin“)?
… Integrität, das „Richtige“ machen, Emotionen Geltung verschaffen, ziele ich mit meiner Karriere auf Erfüllung (= „Mensch“)?
… Außenwirkung, die Verbindung von Bekanntheit und Einflussnahme, ziele ich auf Sinn und Weltveränderung (= „Spotlight“)?
Woher kommt meine Vorstellung von Erfolg, warum verfolge ich diese und nicht eine andere?
Was daran finde ich gut und würde ich wieder so machen?
Wie wichtig ist mir das, was ich tue, und was ich damit bewirken kann?
Im zweiten Schritt geht es darum, die Richtung des eigenen Erfolgsstrebens zu prüfen, insbesondere was Störgefühle und die realen Kosten bzw. Gefahren angeht.
Steht die Leiter, auf die ich klettere, an der richtigen Wand? Entspricht das Ziel meinen Wünschen und Interessen (oder denen von anderen)?
Steht mein Streben im Einklang mit meinem körperlichen, geistigen und emotionalen Wohlbefinden, oder muss ich mich ständig überwinden?
Was stört mich an den Dingen, die ich tun muss, um erfolgreich zu sein? Habe ich manchmal das Gefühl, meine Seele zu verkaufen?
Was kostet mich mein Erfolgsstreben? Habe ich präzise bilanziert, worauf ich verzichte (in Sachen Privatleben und Beziehungen, in Sachen Wohlstand oder in Sachen Wirkung)?
Wie man Erfolg definiert – und was man dafür zu tun bereit ist –, kann letztlich jeder und jede nur für sich selbst sagen. Beim nächsten Fragenbündel geht es darum, das Bewusstsein dafür zu schärfen, welche Erfolgsvorstellung zu einem persönlich passt.