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Beitrag von Henning Beck aus managerSeminare 336, März 2026
Die Konzentration hochzuhalten ist anstrengend – und kann daher nur eine begrenzte Zeit gelingen. Überschreiten wir diesen Zeitraum, öffnen wir Ablenkungen Tür und Tor. Irgendwann wird uns selbst das kleinste Geräusch stören, während es gleichzeitig immer verlockender wird, auf dem Smarthphone „kurz“ die Social Media zu checken. Bevor es so weit ist, empfiehlt es sich, eine „produktive“ Pause einzulegen. Besonders produktive Menschen folgen oft einem 80/20-Rhythmus: 80 Minuten konzentriert arbeiten, 20 Minuten Pause. Konzentrationsfördernd wird die Pause dann, wenn wir unserer Aufmerksamkeit wirklich eine Auszeit gönnen. Etwa bei einem kleinen Spaziergang oder einem „leeren“ Blick aus dem Fenster – und nicht auf den Social Media unterwegs sind oder private Mails beantworten.
Wenn irgend möglich, sollten wir unterschiedlichen Tätigkeiten an verschiedenen Orten nachgehen. Ein Raum, in dem wir telefonieren, kommunizieren, ein Ort, an dem wir kreativ sind und Neues denken, ein Zimmer, in dem wir analysieren und planen … Je konsequenter wir die „örtliche Diversifizierung“ betreiben (ob im Homeoffice oder im Büro), desto leichter werden uns die entsprechenden Tätigkeiten fallen und desto besser wird es uns gleichsam gelingen, konzentriert bei dieser einen Sache zu bleiben und uns nicht ablenken zu lassen. Encoding-Effekt nennt sich das dahinterstehende psychologische Phänomen, das gut erforscht ist. Das Klassiker-Beispiel: Menschen schreiben Klausuren dort am besten, wo sie zuvor am meisten gelernt haben.
Im sogenannten Flow-Zustand sind wir hochfokussiert, nahezu unablenkbar bei der Sache und hyperproduktiv. Dieser Zustand lässt sich nicht erzwingen. Es lassen sich aber Bedingungen schaffen, die es wahrscheinlicher machen, dass sich Flow einstellt. Eine solche Bedingung sind messbare, erreichbare Ziele. Definiert werden sollten sie am besten für jeden Arbeitstag, zum Beispiel drei. Eine weitere wichtige Flow-Voraussetzung ist ein genau zu unseren Fähigkeiten passender Schwierigkeitsgrad. Bei Aufgaben, die uns fordern, ohne uns zu überfordern, fällt es uns am leichtesten, uns zu konzentrieren, und die Chance ist am höchsten, dass wir einen „hyperproduktiven Lauf“ haben. Wenn wir also merken, dass uns eine Aufgabe unterfordert, ist es sinnvoll, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Etwa indem wir unseren Qualitätsanspruch hochschrauben oder die Deadline verkürzen.