Für alle Fragen rund um unsere Webseite, unsere Medien und Abonnements finden Sie hier den passenden Ansprechpartner:
Übersicht AnsprechpartnerKünstliche Intelligenz (KI) kann Beschäftigte entlasten – nimmt sie ihnen jedoch zu viel Denkarbeit ab, kann darunter das Sinnerleben bei der Arbeit leiden. Diesen Schluss ziehen zwei Forscherinnen der Universität Hohenheim aus einem Experiment mit 677 Teilnehmenden. Diese teilten sie in drei Gruppen auf und baten sie, pro Gruppe jeweils einen Spendenaufruf zugunsten von Kindern zu schreiben. Während die erste Gruppe lediglich aus fertigen Textvorschlägen eines KI-Generators auswählen konnte, durfte die zweite Gruppe die Vorschläge der KI nach Belieben bearbeiten. Die dritte Gruppe hingegen sollte den Text ganz ohne KI-Assistenz schreiben.
Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die wahrgenommene Bedeutung der Aufgabe mit dem kognitiven Aufwand zusammenhängt, der bei ihrer Bearbeitung anfällt. Dieser Zusammenhang war jedoch in den Gruppen eins und zwei deutlich stärker ausgeprägt als in der dritten Gruppe: Dort blieb das Empfinden der Sinnhaftigkeit vergleichsweise konstant, selbst wenn die Aufgabe nur wenig Denkarbeit erforderte. Im Umkehrschluss heißt das jedoch nicht, dass Aufgaben, für deren Bearbeitung KI verwendet wird, nicht als bedeutsam wahrgenommen werden: „Teilnehmende mit KI-Unterstützung schätzten ihre Arbeit ebenfalls als bedeutsam ein – und zwar vor allem dann, wenn die Automatisierung durch KI als unterstützend, aber nicht übermäßig dominierend wahrgenommen wurde“, erklärt Studienautorin Caroline Ruiner. Falls der Einsatz von KI die kognitive Herausforderung jedoch vollständig reduziert, führt das laut Studie dazu, dass die Aufgabe als weniger bedeutungsvoll empfunden wird.
Die vollständige Studie kann unter msmagazin.info/342KISinn abgerufen werden (in englischer Sprache).
Beitrag von Sophie Dériaz aus managerSeminare 342, September 2026