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Übersicht AnsprechpartnerKünstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zunehmend zu einer Schlüsseltechnologie im Arbeitsleben und verändert Prozesse, Aufgabenprofile sowie Qualifikationsanforderungen in vielen Branchen. Doch bei der tatsächlichen Nutzung der neuen Technologie zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Initiative D21 hervor, für die 7.237 Interviews mit Personen aus Deutschland geführt wurden, darunter 4.806 Erwerbstätige. Insgesamt verwenden 53 Prozent der Männer KI im Arbeitsalltag, bei Frauen sind es 37 Prozent – ein Abstand von 16 Prozentpunkten. Besonders ausgeprägt ist die Differenz in den jüngeren Altersgruppen, die zugleich zu den intensivsten Nutzerinnen und Nutzern gehören. In der Generation Z und Alpha setzen 50 Prozent der Männer KI intensiv ein, bei Frauen sind es 31 Prozent. In älteren Kohorten nimmt die Nutzung insgesamt ab, gleichzeitig verringert sich dort auch der Geschlechterabstand: So nutzen unter den Babyboomern neun Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen KI intensiv.
Die Unterschiede bei der Nutzung von KI im Arbeitsalltag zeigen sich jedoch nicht nur zwischen den Altersgruppen, sondern auch entlang des Bildungsniveaus: Grundsätzlich steigt mit höherer Bildung die Intensität der KI-Nutzung – zugleich wächst die geschlechtsspezifische Kluft. So liegt in der Gruppe mit niedriger Bildung (kein Schul- oder Hauptschulabschluss) die intensive KI-Nutzung noch auf nahezu gleichem Niveau (elf Prozent der Männer, zwölf Prozent der Frauen). In der mittleren Bildungsgruppe (Realschulabschluss) zeigt sich bereits eine deutliche Differenz: 22 Prozent der Männer, aber nur elf Prozent der Frauen nutzen KI intensiv. In der höchsten Bildungsgruppe (Abitur oder Hochschulabschluss) fällt der Abstand noch stärker aus – hier liegt der Anteil bei 33 Prozent der Männer gegenüber 18 Prozent der Frauen. Ein ähnliches Muster zeigt sich beim Nettoeinkommen: Hier steigt die Nutzung mit der Höhe des Einkommens, während sich gleichzeitig die geschlechtsspezifischen Unterschiede verstärken. In der Gruppe mit weniger als 2.000 Euro Nettoeinkommen nutzen 20 Prozent der Männer und zwölf Prozent der Frauen KI intensiv. Bei einem Einkommen von mehr als 4.000 Euro liegt der Anteil bei den Männern bei 27 Prozent und bei den Frauen bei 16 Prozent.
In der Studie wird darauf hingewiesen, dass betriebliche Rahmenbedingungen diese Unterschiede bei der KI-Nutzung deutlich reduzieren können. In Unternehmen, die KI strukturiert einsetzen und gleichzeitig gezielte Weiterbildungen anbieten, liegt die intensive Nutzung bei Männern und Frauen nahezu gleichauf: 21 Prozent gegenüber 20 Prozent (siehe Grafik). Dies spricht nach Einschätzung der Studienautorinnen und -autoren dafür, KI stärker als strategische Schlüsselkompetenz zu verankern und insbesondere durch Qualifizierungsangebote sicherzustellen, dass Frauen beim Thema KI nicht zurückfallen und diesbezüglich den Anschluss in der Arbeitswelt nicht verlieren.
Die Studie kann hier heruntergeladen werden: msmagazin.info/341KI
Beitrag von Janine Dengel aus managerSeminare 341, August 2026