Management

KI-Agenten führen
KI-Agenten führen

Die Renaissance des Managements

Mit dem Aufkommen agentischer KI befindet sich die Wissensarbeit in einem tiefgreifenden Wandel: Was bleibt Kopfarbeiterinnen und Kopfarbeitern noch zu tun, wenn KI ihnen immer mehr Aufgaben abnimmt? Der Organisationspsychologe Niels Van Quaquebeke glaubt: gar nicht mal wenig – nur anderes als bisher. Im Interview erklärt er, warum Wissensarbeitende künftig vor allem Managementkompetenzen brauchen, um Teams aus KI-Agenten zu steuern, und welche Herausforderungen diese neue Form der Zusammenarbeit für Beschäftigte, Führungskräfte und Organisationen mit sich bringt.

Preview

Vom Knowledge Worker zum Manager: Warum Managementkompetenzen für Wissensarbeitende an Bedeutung gewinnen

Neue Weiterbildungsbedarfe: Was der Shift zur Zusammenarbeit mit KI-Agenten für die Fortbildung von Fachkräften bedeutet

Machtverschiebung: Was sich durch KI-Agenten in Zukunft an den organisationalen Verhältnissen verändern könnte

Von Autonomie bis Sozial-Atrophie: Welche positiven und negativen Folgen der Einsatz von KI-Agenten-Teams mit sich bringen kann


Cover managerSeminare 342 vom 28.08.2026Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 342

Niels, schön, dass wir persönlich miteinander sprechen. In einigen Jahren könnten unsere KI-Agenten das Interview führen, während wir beide etwas anderes machen.

Niels Van Quaquebeke: Das könnte tatsächlich sein. Und in Ansätzen passiert das schon heute: Einige unserer Professoren haben sogar versucht, KI-Agenten in Senatssitzungen zu schicken, weil sie nicht an jedem Meeting teilnehmen wollten. Das löste zwar aus Datenschutzgründen Protest aus, zeigt aber, wohin die Reise gehen könnte. Je leistungsfähiger die Systeme werden, desto häufiger werden sie uns komplexe Aufgaben abnehmen, weit über die passive Teilnahme an Meetings hinaus. Wir reden hier von KI-Agenten – KI-Systemen, die, anders als generative KI-Tools wie ChatGPT oder Claude, mit minimalem menschlichem Eingriff zielgerichtet handeln können. Sie können planen, schlussfolgern, Entscheidungen treffen und miteinander kooperieren. Deswegen ist davon auszugehen, dass Wissensarbeitende künftig immer häufiger ganze Teams solcher KI-Agenten für sich arbeiten lassen werden.

„KI-Agenten arbeiten zwar sehr autonom, aber eben nicht vollständig autonom. Anders als Menschen erraten sie keine Absichten, greifen keinen Flurfunk auf und entwickeln kein intuitives Verständnis für Zusammenhänge. Daher benötigen sie ein starkes Management.“

Du beschäftigst dich in einem Forschungspapier gemeinsam mit anderen Forschenden mit möglichen Implikationen dieser Entwicklung. Während man woanders oft liest, dass Leadership, also Menschenführung, im KI-Zeitalter besonders wichtig werde, seht ihr an anderer Stelle einen Bedeutungszuwachs.

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