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Beitrag von Ralf Schmitt und Vaya Wieser-Weber aus managerSeminare 342, September 2026
Herausforderung der BANI-Welt: Entscheidungs- und handlungsfähig bleiben im Chaos
Spontan im Business: Warum Leadership von Improvisationsgeist profitiert
Applied Improv: Warum Impro die Verknüpfung mit dem Business braucht
Von „Präsent im Moment“ bis „Status Awareness“: Acht Impro-Prinzipien, die Führungskräften helfen, flexibel zu denken und zu handeln
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 342
Eine Bereichsleitung steht vor einer schwierigen Entscheidung. Die Zahlen zur Sachlage sind widersprüchlich. Im Team gibt es unterschiedliche Erwartungen. Der Zeitdruck ist hoch. In dieser Situation gibt es kein Richtig oder Falsch, nur ein begrenztes Zeitfenster. Und die Notwendigkeit, handlungsfähig zu bleiben – in einem Moment höchster Unsicherheit und Ungewissheit.
Immer häufiger erleben Menschen in Führungsverantwortung solche Situationen in einer Welt, die immer schneller, komplexer und widersprüchlicher wird, BANI eben, so das Kürzel für brittle, anxious, non-linear, incomprehensible (brüchig, angstvoll, nicht linear und unfassbar). Situationen hochgradiger Unsicherheit und Ungewissheit sind ständig präsent in so einer Welt. Und das nicht nur in Krisen oder während größerer Transformationsprozesse, auch in ganz normalen Projekten, bei strategischen Entscheidungen und im Kontext täglicher Abstimmungen. Immer wieder fehlt es auch dort an Informationen, sind Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge nicht klär- oder vorhersehbar, ist die Lage widersprüchlich und vor allem unbeständig. Was heute noch galt, ist morgen schon wieder obsolet. Quasi täglich gibt es neue Rahmenbedingungen, neue Herausforderungen, Technologien und Tools. Nicht zuletzt KI hat die Drehzahl der Veränderung jüngst noch einmal erheblich erhöht. Führungskräfte brauchen daher eine neue Art von Handlungsfähigkeit. Sie müssen es schaffen, unter Unsicherheit Orientierung zu geben und einen produktiven Rahmen zu setzen, in dem alle gemeinsam vorankommen, statt den Mitarbeitenden den Weg zu weisen wie früher einmal.
Die Crux dabei: Einfach ist der Wechsel in einen solchen neuen Führungsmodus nicht. Unter Druck greifen viele Führungskräfte immer noch auf vertraute Muster zurück. Sie versuchen etwa, Kontrolle herzustellen oder sich mit so vielen Informationen wie möglich abzusichern. Sie halten lieber an einmal gefassten Plänen fest, statt im Hier und Jetzt präsent zu sein und kreativ und lösungsorientiert zu reagieren. Dieses Verhalten ist zwar menschlich nachvollziehbar, doch es reduziert genau die Beweglichkeit, die in komplexen, volatilen Situationen nötig wäre.