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Machiavellisten steigen häufiger in Führungspositionen auf

Menschen mit machiavellistischen Persönlichkeitsmerkmalen haben bessere Chancen, in Führungspositionen aufzusteigen. Das ist das Kernergebnis einer Studie der Forscher Uwe Jirhahn und Mehrzad Baktash von der Universität Trier. Für die Studie befragten sie rund 8.500 Führungskräfte und Beschäftigte aus Deutschland. Dabei ging es unter anderem um Fragen zu ihrer beruflichen Laufbahn und dazu, ob sie in letzter Zeit gelogen oder andere manipuliert hatten, um eigene Ziele zu erreichen. Zusätzlich werteten die Forschenden Paneldaten aus den Jahren 2016 bis 2020 aus. Diese erfassten sowohl die berufliche Position als auch einen sogenannten Machiavellismus-Score der Teilnehmenden. Dieser basierte unter anderem auf der Zustimmung zu Aussagen wie „Ich habe getäuscht oder gelogen, um meinen Willen durchzusetzen“ oder „Ich neige dazu, andere zu manipulieren, um meinen Willen durchzusetzen“.

Insgesamt zeigte sich, dass Personen mit manipulativen, zynischen und opportunistischen Eigenschaften mit einer um 31 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit Führungskraft werden als Personen ohne diese Merkmale. Der Machiavellismus-Score von Führungskräften lag zudem um 14,5 Prozent höher als bei Nicht-Führungskräften. Wer zu Beginn der Beobachtungsperiode des Panels hohe Werte aufwies, wurde zwar mit höherer Wahrscheinlichkeit in den folgenden Jahren befördert. Umgekehrt veränderte eine Führungsposition die Machiavellismus-Werte der Panelteilnehmer aber nicht systematisch. „Deswegen können wir ausschließen, dass es der Posten ist, der die Menschen erst machiavellistisch werden lässt“, erklärt Studienautor Uwe Jirhahn.

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Machiavellismus in der Führung kann zu höherer Fluktuation führen

Das Ergebnis bewerten die Forschenden als kritisch: Zwar sind Machiavellisten oft strategisch denkende und durchsetzungsstarke Entscheider. Gleichzeitig neigen sie aber dazu, andere auszunutzen, Zusagen zu brechen und Regeln vor allem dann einzuhalten, wenn sie ihnen selbst nützen. Das könne in Unternehmen zu Spannungen im Team und einer höheren Fluktuation führen. Um zu verhindern, dass Machiavellisten überhaupt erst in eine Führungsposition aufsteigen, empfehlen die Forschenden Unternehmen, Anreizsysteme wie Bonusmodelle zu reduzieren, um keinen Anlass für manipulative Spielchen zu geben. Zudem sollten Unternehmen Kontrollmechanismen stärken, beispielsweise durch Feedback zu Führungskräften, Betriebsräte oder mehr Mitbestimmung auf Führungsebene.

Die vollständige Studie kann hier heruntergeladen werden: msmagazin.info/339Machiavellisten

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