Editorial

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Weniger führt weiter

Führung wird vielerorts noch immer mit Präsenz, Kontrolle und Entscheidungsstärke assoziiert. Doch gerade im Zuviel liegt oft das Problem: zu viel Steuerung, zu viele Abstimmungen, zu viel Ich. In Finnland zeigt sich ein anderer Zugang – einer, der auf gezielte Zurückhaltung setzt. Minimalist Leadership heißt das Konzept, das dort zunehmend gelebt und beforscht wird. Es steht für ein Führungsverständnis, das bewusst auf Machtinszenierung verzichtet, Verantwortung verteilt und Vertrauen zur zentralen Ressource macht.

Im Mittelpunkt steht nicht mehr die Führungskraft, sondern das Team. Entscheidungen werden dort getroffen, wo das Wissen sitzt. Kontrolle wird zur Ausnahme, nicht zur Regel. Das Ergebnis: mehr Geschwindigkeit, mehr Eigenverantwortung, oft auch mehr Motivation. Der Führungskraft kommt dabei eine neue Rolle zu – nicht als Macherin oder Entscheider, sondern als Möglichmacher, als Unterstützerin, als Begleiter.

Love-Birds aufgepasst! Am 24./25. April 2026 finden die PTT in Königswinter bei Bonn statt. Dieses Mal steht das Gipfeltreffen der Weiterbildung unter dem Motto „Stark im Wandel(n)“. Für PTT-Liebhaber:innen gibt es schon jetzt Tickets: petersberger-trainertage.de

Minimalistische Führung ist jedoch nicht zu verwechseln mit Laissez-faire. Sie erfordert Klarheit, Reflexion und den Mut der Führungskraft, sich selbst zurückzunehmen. Inhaltlich überschneidet sich der Ansatz mit auch hierzulande bekannten Konzepten wie Servant und Humble Leadership, wirkt im sprachlichen Gewand des Minimalismus jedoch anschlussfähiger. Während „Dienen“ und „Demut“ oft nach Selbstverzicht klingen, wirkt „Minimalismus“ wie ein moderner Gegenentwurf zum Übermaß. Nicht zuletzt erinnert der Ansatz an einen Lebensstil, der auf das Wesentliche setzt und Reduktion zur Methode wie Haltung erklärt. Unser diesmaliges Titelthema beleuchtet das Konzept des Minimalist Leadership, wie es in Finnland praktiziert wird, zeigt seine kulturellen Voraussetzungen, die damit verbundenen Herausforderungen und was sich daraus für Organisationen im deutschsprachigen Raum ableiten lässt. Ein Blick auf eine Führung, die durch weniger mehr bewirken will. Oder wie ich hier getitelt habe: „Weniger führt weiter.“ Mehr dazu lesen Sie hier.

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Auf eine andere neue Art, weniger zu führen, setzt unser Beitrag zum „Algorithmic Leadership“. Erste Unternehmen setzen bereits auf die Algorithmen. Sie lassen einfache operative Führungsentscheidungen wie etwa Einsatzplanungen oder das Delegieren von Aufgaben von der KI treffen. Dieser Ansatz hat durchaus Vorteile und kommt bei den Beschäftigten erstaunlich gut an. Doch er wirft auch Fragen auf: Welche Rolle spielt die menschliche Führungskraft künftig? Welche Kompetenzen werden wichtiger – und was wird sie in ihrer Ausbildung lernen müssen? Antworten gibt es in diesem Beitrag.

Viel Spaß beim Lesen und viel Erkenntnisgewinn beim Erkunden des „Weniger“.

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