Führung

Algorithmic Leadership
Algorithmic Leadership

Wenn Maschinen Menschen führen

Die ersten Unternehmen setzen auf „Algorithmic Leadership“: Sie lassen einfache operationale Führungsentscheidungen wie etwa Einsatzplanungen oder das Delegieren von Aufgaben von der Künstlichen Intelligenz (KI) treffen. Dieser Ansatz hat durchaus Vorteile und kommt bei den Beschäftigten gut an. Doch wirft er auch Fragen auf: Welche Rolle spielt die menschliche Führungskraft künftig? Welche Kompetenzen werden wichtiger – und was wird sie in ihrer Ausbildung lernen müssen?

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Algorithmen als Assistenten: Welche Führungsjobs Hugo Boss, Uber und Lieferando schon jetzt von KI machen lassen

Vom Copiloten zum Kapitän: Wie agentische KI in Zukunft ganze Prozesse übernehmen kann

Skalierbar statt situativ: Wie virtuelle Führungskräfte das Ideal permanenter Präsenz verkörpern

Bot-Boss für mehr Gerechtigkeit: Wenn evidenzbasierte Führung Entscheidungen nach Bauchgefühl ablöst

Führung als Beziehungssystem: Welchen Einfluss KI auf die Rolle der menschlichen Führung nimmt

Wandlungsfähigkeit gefragt: Was sich in der Führungskräfteausbildung verändern muss


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Noch besteht der Alltag einer typischen Führungskraft aus viel Klein-Klein: Wie die aktuelle „Human Capital Trends“-Studie der Unternehmensberatung Deloitte ergeben hat, geht 16 Prozent der Arbeitszeit von Führungskräften für Verwaltungstätigkeiten drauf, weitere 21 Prozent entfallen auf das Lösen von tagesaktuellen Problemen. Bereits jetzt sind das Aufgaben, die Künstliche Intelligenz (KI) zu großen Teilen übernehmen kann. Erste Unternehmen machen sich das schon jetzt zunutze.

Hugo Boss zum Beispiel setzt die Idee schon konsequent um: In seiner Fabrik im türkischen Izmir hat die Modemarke die unteren Führungsebenen gleich komplett durch ein Computerprogramm ersetzt. Die Arbeitskräfte sehen auf einem Tablet, welche Aufgaben anstehen, wie gut ihre Leistung ist und wie hoch ihr Bonus sein wird. Als Niels Van Quaquebeke, Professor an der Kühne Logistics University (KLU), den Betrieb zum ersten Mal besucht, schreckt ihn dieser Gedanke zunächst ab. Dann aber befragt er die Mitarbeitenden – und stellt fest, dass ein Großteil begeistert ist: „Sie schätzen zum Beispiel, sich nicht mehr mit einem Vorarbeiter gut stellen zu müssen, um einen bestimmten Arbeitsplatz zu bekommen. Für sie sind die Prozesse so fairer und transparenter.“ Seitdem ist Van Quaquebeke überzeugt: Hinter guter Führung muss nicht unbedingt ein Mensch stehen.

Algorithmen als Assistenten

Unter Schlagworten wie „Algorithmic Management“ oder „Algorithmic Leadership“ findet diese Idee in der Tech-Szene immer mehr Anhänger: Statt Führungskräften aus Fleisch und Blut leiten in Zukunft Algorithmen die Unternehmen. Bereits heute weist eine App beim Mobilitätsdienst Uber den Fahrern die Touren zu, Kuriere des Lieferdienstes Lieferando werden von Software gesteuert, genau wie viele weitere Kräfte in Logistik und Systemgastronomie. Der britische Ökonom Steven Rolf schätzt, dass schon jetzt jeder dritte Angestellte in Europa durch algorithmisches Management gesteuert oder überwacht wird. Auch in der Wissensarbeit verbreitet es sich: Die Projektmanagementsoftware der Arbeitsplattform Monday.com etwa verfügt über eine KI-Funktion, die Aufgaben automatisch der am besten geeigneten Person im Team übergibt.

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