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Übersicht AnsprechpartnerVeränderung wird von Mitarbeitenden häufig als bedrohlich empfunden – doch in einer Arbeitswelt, die von ständigem Wandel geprägt ist, wirkt dessen negativer Einfluss auf Engagement und Mitarbeiterbindung überraschend gering. Mit diesem Paradoxon hat sich ein Team aus Forschenden der Universitäten in Rotterdam, Lausanne und Southampton auseinandergesetzt. In den insgesamt sieben Experimenten und zwei Umfragen mit über 2.700 Teilnehmenden, deren Ergebnisse im Journal of Applied Psychology erschienen sind, haben sie dabei aufgedeckt, dass Veränderung zwei an sich gegenläufige Prozesse auslöst: Zum einen entsteht Sorge, Unsicherheit und Unbehagen als Reaktion auf den Wandel. Als Konsequenz dieser sogenannten „Change Apprehension“ sinken die Unternehmensbindung und das Organisational Citizenship Behaviour (OCB), also das freiwillige Engagement über das eigene Aufgabenfeld hinaus.
Andererseits weckt Veränderung aber auch Nostalgie für die guten Zeiten im Unternehmen, die wiederum Bindung und OCB stärken. Diese Nostalgie schwächt die negativen Effekte der Change Apprehension ab, erklären die Forschenden, weshalb negative Konsequenzen des Wandels oft gedämpfter ausfallen, als man es erwarten würde. Um ihren Mitarbeitenden mit der Bewältigung von Veränderungen zu helfen, raten die Forschenden den Führungskräften, diese schönen Erinnerungen an die Zeit vor einer großen Veränderung zu kultivieren, statt sie zu meiden. Dies verbessert nicht nur die Mitarbeiterbindung auch nach dem Change – den Ergebnissen zufolge sind die Mitarbeitenden dadurch auch deutlich häufiger bereit, ihr Unternehmen aktiv gegen Kritik zu verteidigen.
Hier geht es zur vollständigen Studie: msmagazin.info/339Change (in englischer Sprache)
Beitrag von Sophie Dériaz aus managerSeminare 339, Juni 2026