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Beitrag von Markus Väth aus managerSeminare 340, Juli 2026
Gift für die kollektive Kompetenz: Warum fehlender Respekt in der Zusammenarbeit so gefährlich ist
Wertschätzung leben, Vertrauen reflektieren, Empathie üben: Wie wir uns anderen Personen gegenüber respektvoller verhalten können
Menschlich kennenlernen, fachlich Klarheit schaffen: Wie sich ein respektvolles Miteinander im Team fördern lässt
Verhalten vorleben, Verständnis vertiefen: Wie Mentoring den Umgang im Unternehmen miteinander fördert
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 340
Respekt ist einer der wichtigsten Begriffe, wenn es um menschliches Miteinander geht. Gleichzeitig ist er einer der abgenutztesten. Respekt wird sehr oft eingefordert: von Mitarbeitenden, die sich ungerecht behandelt fühlen; von Gruppen, die sich benachteiligt fühlen; von Politikern und Politikerinnen, die sich selbst zu Vertretenden eines respektvollen Umgangs stilisieren. Der Begriff Respekt hat, genau wie Anerkennung oder Fairness, das Problem, ziemlich abstrakt zu sein. Befragt man Menschen, was sie sich unter Respekt als konkretes Verhalten vorstellen, bekommt man recht unterschiedliche Antworten. Solange wir uns aber nicht auf eine mehr oder weniger einheitliche Definition von Respekt einigen können, werden wir immer wieder die Erwartungen unseres Gegenübers enttäuschen, weil dieses sich gerade respektlos behandelt fühlt – während wir nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben.
Darüber hinaus hat fehlender Respekt mit verschiedenen Faktoren zu tun. Man arbeitet vielleicht in stressgeprägten Umgebungen zusammen, in denen es schnell gehen muss und klare Ansagen zum Anforderungsprofil gehören. Küchen von Sterne-Restaurants und andere Gastrobetriebe schaffen es diesbezüglich manchmal in die Tagespresse, wenn ein berühmter Koch die Nerven verliert. Man ist selbst vielleicht eher ein stiller Typ, der Respekt von sich aus nicht einfordert oder respektloses Verhalten nicht korrigiert. Oder, um den häufigsten Fall zu nennen, man lässt sich vom Chef oder der Chefin respektlos behandeln, weil man von dieser Person ökonomisch abhängig ist.
Respekt und Hilfsbereitschaft sind jedoch nicht nur ethisch geboten, sondern auch ökonomisch sinnvoll: Sie sind die Schmiermittel der Zusammenarbeit. Geben wir uns nicht gegenseitig den Kredit des „guten Willens“ und des gegenseitigen Respekts, verlangsamt und verschlechtert sich die Zusammenarbeit massiv, was für eine Organisation mittelfristig lebensgefährlich ist. Es ist daher absolut kontraproduktiv, wenn in manchen Situationen nach dem Prinzip „Furcht führt“ gehandelt wird, indem man Menschen zur Abschreckung der Kolleginnen und Kollegen in Meetings demütigt oder mit negativen Konsequenzen droht, um Mitarbeitende zu „motivieren“. Solches Verhalten ist Gift für eine Organisation, ihre Kultur und ihre kollektive Fähigkeit, Probleme zu lösen. Leider aber immer noch weit verbreitet.