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Beitrag von Karlheinz Schwuchow aus managerSeminare 340, Juli 2026
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„Embrace Disruption. Direct the Future“ – das Motto des weltgrößten internationalen Treffs der Führungs- und Weiterbildungsszene passte perfekt. Als sie es kreierte, dürfte die Association for Talent Development (ATD) noch nicht geahnt haben, wie sehr sie mit ihrem Motto in diesem Jahr nicht nur die Teilnehmenden ihrer Konferenz ansprechen, sondern auch sich selbst als Konferenzausrichterin adressieren würde. Denn die aktuellen weltpolitischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen wirkten derart disruptiv, dass sich auf der ATD Conference vom 17. bis 20. Mai 2026 in Los Angeles deutlich weniger Teilnehmende einfanden als zu den Treffen in den Vorjahren. Lediglich 6.500 Besucherinnen und Besucher hatten sich auf den Weg in die Westküsten-Metropole gemacht. Damit verzeichnete die Tagung nur halb so viele Teilnehmende wie in den Spitzenjahren vor Corona und 1.900 weniger als noch im Vorjahr. Für die ATD ist das im 83. Jahr ihres Bestehens ein herber wirtschaftlicher Schlag. Mithin half auf der Konferenz nur die Kraft des positiven Denkens – ganz im Sinne der Westküstenmentalität, die geprägt ist durch Entrepreneurship und Innovationskraft.
ATD-Präsident Tony Bingham appellierte in seinem Eröffnungsstatement dazu passend an das „Embrace“ im Tagungsmotto, also ans „Umarmen“ von Umbrüchen: „Wir sollten Disruption nicht als Hindernis, sondern als Katalysator für Wachstum betrachten“, forderte er das Publikum auf und betonte, dass Unternehmenswachstum nur unter zwei Voraussetzungen gelingen wird: Erstens muss die Personalfunktion eine starke Rolle einnehmen und sich als strategischer Partner von Management und Führung aufstellen. Zweitens müssen alle gemeinsam dafür sorgen, dass Künstliche Intelligenz umfassend in Lern- und Arbeitsprozesse integriert wird. Denn das invasive Eindringen der KI in die Arbeitswelt ist eine der größten Disruptionen, auf die Unternehmen gute Antworten finden müssen und die sie darüber hinaus steuern und zum eigenen Nutzen vorantreiben sollten. „Es geht darum, Veränderung nicht nur zu bewältigen, sondern sie aktiv zu gestalten“, brachte Bingham die erforderliche organisationale Ausrichtung auf den Punkt. „Kluge Nutzung von KI ist der Schlüssel für Produktivität und Krisenfestigkeit – und Lernen der strategische Erfolgsfaktor, um in einem dynamischen und datengetriebenen Umfeld erfolgreich zu sein.“
„Kluge Nutzung von KI ist der Schlüssel für Produktivität und Krisenfestigkeit – und Lernen der strategische Erfolgsfaktor, um in einem dynamischen und datengetriebenen Umfeld erfolgreich zu sein.“
Entsprechend war – wie nicht anders zu erwarten – KI das beherrschende Konferenzthema in Los Angeles. Von den vier Keynotes und 350 Einzelveranstaltungen, die in 14 Themenfeldern alle relevanten Aspekte von Führung und Personalarbeit abdeckten, besaßen etwa die Hälfte einen unmittelbaren KI-Bezug, davon wurden mehr als 35 plakativ als spezielle AI-Schwerpunkt-Sessions deklariert. Aber auch in vielen sonstigen Workshops, die KI nicht direkt im Programm aufführten, kam die Technik zur Sprache. Auffällig war: Nach der KI-Euphorie, die vor zwei Jahren auf der ATD Conference zu spüren war, und der anschließenden Ernüchterung, die im vergangenen Jahr auf den Hype folgte, betrachtet man die Technologie heute pragmatisch: KI gilt für die Steigerung der Produktion als gesetzt. Jetzt geht es um die Frage, wie Organisationen das Zusammenspiel von Mensch und Maschine so optimieren können, dass die Produktionseffekte angemessen deutlich sowie nachhaltig wirksam und zukunftsweisend sind. Impulse und Antworten gab es vor allem in sechs Vorträgen: