Birgitt Williams im Interview

Warum sich Führung ändern muss

Vor gut zwanzig Jahren gehörte Birgitt Williams zu den ersten Anwendern der Open-Space-Technologie. Inzwischen unterstützt sie Unternehmen weltweit darin, eine offenere Unternehmenskultur zu entwickeln. Auf dem Lernforum Großgruppenarbeit im Januar 2015 erklärte sie, wie sich Führung in Zukunft ändern muss. managerSeminare traf die gebürtige Kanadierin zum Gespräch.

Kamera: Oliver Hartmann, Siegburg


Sie ist Organisationsentwicklerin aus Leidenschaft. Ihr Traum ist, ein Organisationsmodell für Unternehmen zu schaffen, das sich durch eine offene Kultur und partizipative Strukturen auszeichnet, das der Organisation Zugang zu ihrer kollektiven Intelligenz verschafft, um dauerhaft agil und leistungsfähig zu bleiben. Die Rede ist von Birgitt Williams, ihr Beratungsansatz nennt sich „Genuine Contact“.

Ihr Ansatz klingt wie gerade erfunden, tatsächlich ist er angesichts der allgemeinen Debatten über Führung, demokratische Unternehmen und einen New Way of Work aktueller denn je. managerSeminare.tv traf die Vordenkerin – als solche kann Williams mit Fug und Recht bezeichnet werden, denn ihre Ideen formulierte sie bereits vor 20 Jahren – auf dem Lernforum Großgruppenarbeit Ende Januar 2015 in Oberursel. Dort entstand das TV-Interview, Printaufarbeitungen mit unterschiedlicher Themensetzung finden sich in der nächsten Ausgabe von Training aktuell und managerSeminare.

Eine Genuine-Contact-Organisation (GCO), früher auch bewusste Open-Space-Organisation genannt, ist agil, aufmerksam – und einzigartig: Keine GCO gleicht einer anderen. Trotzdem gibt es einige Verhaltensweisen, die sich bei allen Verantwortlichen einer GCO finden:

1. Sie fördern bei den Organisationsmitgliedern eine positive Einstellung und die Bereitschaft, das Wachstum der Organisation bewusst und permanent mitzugestalten. 2. Sie identifizieren das, was funktioniert, und verstärken es. 3. Sie identifizieren das, was nicht funktioniert, und schaffen es ab. 4. Sie finden inspirierende und integre Führungskräfte, die in die gewählte Richtung voran gehen. 5. Sie geben eine klare, gut definierte und realistische Vision vor. 6. Sie fragen sich, wie der Einzelne in der Organisation wahrgenommen, behandelt, einbezogen, verantwortlich gemacht und entlohnt wird. 7. Sie definieren Führungs- und Managementaufgaben neu und überdenken insbesondere den Stellenwert von Autorität, Leistungsverantwortung und Zuständigkeiten. 8. Sie verändern die Organisationsstruktur – und insbesondere Arbeits- und Kommunikationsprozesse – so, dass sie effektives Arbeiten im Unternehmen nicht behindert, sondern fördert. 9. Sie führen regelmäßig partizipative Meetings durch, etwa durch bewährte Methoden wie Open Space, Whole Person Process Facilitation, Dynamic Facilitation, Appreciative Inquiry und World Café.

Auflistung nach: Birgitt Williams: Genuine Contact, Raleigh, November 2014
26.03.2015
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