Neuer Internet-Dienst verkauft Probleme

Sie haben gerade kein Problem? Kein Problem: Sie können sich ein Problem kaufen. Ein Start-up aus der Schweiz macht es möglich. Auf der Website "need a problem" können sich vom Leben gelangweilte, allzu glückliche, Herausforderungen suchende Menschen ein Problem zum Lösen besorgen. Die Idee kam den Machern der Website, Martin Koncilja, Björn Hering und Hansmartin Amrein, beim Gucken des Films "The Game". Michael Douglas spielt darin einen Millionär, der deprimiert und gelangweilt ist. Die drei Web-, TV- und Mareketingspezialisten dachten sich, dass viele Menschen in der westlichen Welt ähnlich empfinden, weil die wirklich existenziellen Herausforderungen fehlen. Inzwischen haben die drei mehr als 1.000 Probleme auf Lager. Der Nutzer der Website kann sich zwischen fünf verschiedenen Graden von Problemen entscheiden: vom trivialen, leicht zu lösenden Problem, das für einen Franken (etwa 70 Cent) zu haben ist, bis zum nahezu unlösbaren Problem für 5.000 Franken (rund 3.400 Euro). Die Problem-Bereitsteller sind von ihrer Geschäftsidee überzeugt: Die ersten 100 Bestellungen sind bereits eingegangen, eine englischsprachige Version des Portals ist in der Mache.

Ein erfrischend neuer Blick auf unsere Gesellschaft ist den Machern der Website nicht abzusprechen. Alle Welt verkauft Lösungen, sie halt Probleme. Dennoch schade, wenn sich Leute finden, die für 5.000 Euro ein Problem kaufen. Sie könnten es ganz simpel spenden und würden damit auch Probleme lösen, und zwar existenziellere als ihre eigene Langeweile. Immerhin geht ein Prozent der Erlöse an eine Stiftung. Und das Ganze dient wohl auch der Promotion der eigentlichen Firma der drei: "need a production", eine Produktionsfirma für crossmediale Kampagnen. Kreativität haben sie mit ihrer ungewöhnlichen Idee jedenfalls schon mal unter Beweis gestellt.
19.11.2008
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