X-Märkte

Mit kollektiver Intelligenz die Wahlen voraussagen

Der Wahlkampf befindet sich in seiner letzten heißen Phase. Ein guter Aufhänger für das Management Zentrum Witten (MZW) auf ein neues Tool aufmerksam zu machen, was die Wirtschaftswissenschaftler zusammen mit der Firma idalab entwickelt haben: die X-Märkte. Dahinter verbergen sich so genannte Informationsmärkte. Die funktionieren im Prinzip wie die Börse, nur wird mit Informationen gehandelt, aktuell mit der Einschätzung der User zum Ausgang der Wahl.

Wie schneiden die einzelnen Parteien ab? Welche Koalition wird sich bilden? Wie viele Unternehmen melden im September 2009 Insolvenz an? Wie viel Zeit verbringen Menschen täglich auf Twitter? Zu all diesen Fragen hat das MZW gemeinsam mit idalab X-Märkte errichtet. Wer sich einloggt, kann mitvoten, gezahlt wird mit virtuellem Spielgeld, den X-Euros.

Nutzbar gemacht wird für den Aktienhandel mit Informationen die kollektive Intelligenz: „Märkte sind im Prinzip dumm, aber man kann sie intelligent nutzen. Denn sie erlauben, verteiltes Wissen zu nutzen, von dem man vorher nicht weiß, wo es steckt“, erklärt Fritz Simon, Professor für Führung und Organisation an der Universität Witten/Herdecke und Gesellschafter des MZW. Demnach liefert eine Gruppe von Menschen ein genaueres Schätzergebnis als der beste Einzelexperte - vor allem dann, wenn die Gruppenmitglieder verschiedene Informationen besitzen und die Komplexität von einem Experten kaum allein abgebildet werden kann.

Aktuell prognostizieren die X-Märkte, dass die CDU/CSU mit 34 Prozent, die SPD mit 25 Prozent, die FDP mit 13 Prozent, die Grünen mit 11 Prozent und die Linken mit 10 Prozent abschneiden werden. Bei der Koalitionsfrage ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Momentan sagen die X-Märkte voraus, dass es mit einer 47 Prozent Wahrscheinlichkeit eine große Koalition geben wird.

Die Effektivität der Informationsmärkte ist übrigens hinsichtlich ihrer hohen Prognosegüte bewiesen: Seit 1988 untersucht beispielsweise die Universität von Iowa Informationsmärkte. 596 Mal wurden Vergleiche mit herkömmlichen Umfragen vorgenommen, in 451 Fällen (76 Prozent) lieferten die Infomärkte bessere Ergebnisse. Die Bundestagswahl wird zeigen, wie richtig die X-Märkte lagen.

23.09.2009
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