Augenhöhe II im Crowdfunding

Konkrete Wege zu einer neuen Arbeitswelt

„Augenhöhe“ geht weiter. Mit einem zweiten Film und entsprechenden Dialogangeboten wollen die Initiatoren des Projektes erneut für eine moderne Arbeitskultur werben und gleichzeitig konkrete Schritte anhand von Beispielunternehmen aufzeigen. Das Crowdfunding des Projekts läuft noch bis zum 12. Oktober. Im Interview erläutert Mitinitiator Sven Franke die Ziele.

Herr Franke, Mitte August haben Sie ein erneutes Crowdfunding gestartet. Ein zweiter Augenhöhe-Film soll entstehen. Was hat es damit auf sich?

Sven Franke: Unser zweites Filmprojekt heißt AUGENHÖHEwege und ist aktuell bei Nordstarter und Startnext im Crowdfunding. Mit dem zweiten Film wollen wir dem entstandenen Dialog weiteres, tiefergehendes Material zur Verfügung stellen und Mut machen, sich auf den Weg zu begeben.

Wie soll sich der zweite Film vom ersten unterscheiden?

Mit dem ersten Projekt „Augenhöhe – Film und Dialog“ hatten wir uns der Frage gewidmet: Ist es möglich, anders, eben auf Augenhöhe, zusammenzuarbeiten? Und das unabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße. Der Film sollte die Sehnsucht nach einer Arbeitswelt auf Augenhöhe wecken. Viele Menschen, die den Film gesehen und in Dialogveranstaltungen diskutiert haben, sind überzeugt: Ja, es geht! Mit AUGENHÖHEwege wollen wir nun einen Schritt weiter gehen.

Was genau wollen Sie mit dem zweiten Film zeigen?

Mit AUGENHÖHEwege wollen wir vor allem Mut machen, sich mit der eigenen Organisation auf den Weg zu begeben. Und das kann jeder in jeder Position. Man muss nicht abwarten, bis andere losmarschieren. Der Film soll aufzeigen, wie Unternehmen ihren individuellen Weg zu einer neuen Arbeitskultur gestaltet haben. Aber auch welche Hindernisse sie dabei überwunden haben und vor welchen weiteren Herausforderungen diese Organisationen stehen. Dafür werden wir unter anderem zwei Organisationen aus dem ersten Film erneut besuchen, um zu zeigen, dass es auf dem Weg zwar Pausen gibt, aber keinen Stillstand. Insgesamt möchten wir wieder sechs Organisationen zeigen. Dafür benötigen wir allerdings mindestens 50.000 €, somit ist dieses Ziel abhängig vom Crowdfundingerfolg.

Warum sollten Organisationsentwickler, Trainer und Personaler diesen zweiten Film unterstützen?

Die Antwort ist einfach. Wir geben ihnen greifbare Beispiele für ihre tägliche Arbeit an die Hand, ohne Blaupausen anzubieten. Somit ist für jeden Organisationsentwickler, Trainer und Personaler genug Raum, die eigene Note in die Unternehmensentwicklung einzubringen.

Momentan gibt es eine große Begriffsvielfalt um das Thema moderne Organisationskultur. Agile, fluid, demokratisch, lean, flach, holokratisch... Welches Konzept zeichnet sich derzeit als am erfolgversprechendsten ab, um ein Unternehmen auf Augenhöhe zu führen?

Schon diese Vielfalt der Begrifflichkeiten zeigt, dass es nicht mehr den einen richtigen und für alle passenden Weg gibt. Wichtig ist der Weg der kleinen Schritte und die Frage in den Mittelpunkt zu stellen: Was braucht unsere Organisation, was brauchen unsere Kollegen zum aktuellen Zeitpunkt? Und dann muss man den ersten Schritt gehen. Erscheint dieser richtig, kann man weiter gehen. Es verhält sich ähnlich wie auf einer Wanderung. Das ist auch ein Grund dafür, warum wir uns für den Titel AUGENHÖHEwege entschieden haben.

Wie ist aus Ihrer Sicht ein Unternehmen aufgestellt, das auf Augenhöhe agiert? Nennen Sie doch ein paar Prinzipien, die sich herauskristallisiert haben.

Die Unternehmen, die auf Augenhöhe agieren, sind ganz unterschiedlich aufgestellt. Trotzdem haben sie Gemeinsamkeiten: etwa eine Rückbesinnung auf Werte. Dazu zählen ein positives Menschenbild (ähnlich dem von dem Betriebssoziologen Douglas McGregor beschriebenen Menschenbild Y), wie auch eine hohe Vertrauens- und Fehlerkultur.

Ab wann wird der zweite Film zu sehen sein?

Sollten wir das Crowdfunding erfolgreich abschließen, planen wir die Premieren von AUGENHÖHEwege für Anfang März 2016. Ja, Sie haben richtig gelesen: Wir planen mehr als eine Premiere. Idealerweise sieben auf einen Streich, davon jeweils eine Premiere in Österreich und in der Schweiz. Im Gespräch sind die Orte Hamburg, der Rhein/Main/Neckarraum, München, Zürich und Wien. Hierfür suchen wir noch (Mit-)Veranstalter.

Wird der Film wieder durch Veranstaltungen begleitet werden?

Unsere Idee, Film und Dialog zu verknüpfen, war - für uns alle überraschend – sehr erfolgreich. Inzwischen gab es mit „Augenhöhe“ über 220 Dialogveranstaltungen in 7 Ländern inklusive Veranstaltungen in Flandern (Film mit holländischen Untertiteln) und in Großbritannien (mit englischen Untertiteln). Sehr gern möchten wir auch mit AUGENHÖHEwege diesen Weg gehen, wenn die Community das entsprechend mitträgt.
05.10.2015
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