#ptt2016

Führung jenseits von Befehlen, Beaufsichtigen, Bestrafen

Befehlen, Beaufsichtigen, Bestrafen? In einer Arbeitswelt, die auf den Mut, die Kreativität und Innovationskraft von Mitarbeitern angewiesen ist, sind diese Führungstechniken fehl am Platz. Die Petersberger Trainertage 2016 rückten drei B-Worte in den Fokus, die als Führungstools weit mehr Zukunftspotenzial haben: Es ging ums Begeistern, Befähigen und Beteiligen von Mitarbeitern. Eine Rückschau mit Interviews der Keynotes.

Es ist Tradition, dass die Petersberger Trainertage durch einen namhaften Unternehmensvertreter eröffnet werden. Und was für ein Unternehmen würde besser passen zu einem Motto mit dem Begriff „Beteiligen“ als Haufe umantis. Denn kaum ein Unternehmen hat seine Mitarbeiter derart gut an Entscheidungen beteiligt wie das Softwareunternehmen aus St. Gallen. Umantis hat mit der Demokratisierung ernst gemacht, denn dort können die Mitarbeiter ihre Chefs wählen. Die Idee zur Führungskräftewahl geht auf Hermann Arnold zurück, einer der Gründer von umantis. Auf dem Petersberg redete der ehemalige CEO über die Entzauberung des Chefs. Im Interview erklärt er, warum sein Unternehmen und dessen Erfolg schon immer mit Demokratie und Beteiligung aller Mitarbeiter zu tun hatte.




Sein Arbeitsfeld ist das Ungewisse, seine Berufsbezeichnung lautet Zukunftsdenker. Bernhard von Mutius beschäftigt sich seit rund 30 Jahren mit den Themen Zukunft und Innovation, Führung und Veränderung von Organisationen. Trotz oder gerade wegen seiner langjährigen Beschäftigung mit der Zukunft weiß der Sozialwissenschaftler: Niemand weiß, wie die Zukunft aussehen wird. Disruptiv ist der Wandel, disruptiv muss daher gedacht werden. Doch wie lernen wir, mit den Brüchen und Widersprüchen umzugehen? Gedanken dazu präsentierte Bernhard von Mutius auf den Petersberger Trainertagen.




Den meisten Teilnehmern der Petersberger Trainertage musste man Sabine Asgodom nicht vorstellen. Sie gilt als Grande Dame des Coachings, hatte gar eine eigene Fernsehshow, in der sie live coachte, sie ist mehrfache Bestsellerautorin, und jüngst macht sie mit einer Initiative von sich reden, die „Reden für Menschlichkeit“ heißt. Dabei handelt es sich um einen Verbund von Rednern, die ehrenamtlich über Themen wie Respekt, Wertschätzung, Selbsterkenntnis, Zivilcourage oder Gelassenheit referieren, um der vergifteten Atmosphäre im Umgang mit Anderen etwas entgegenzusetzen. Asgodom, von 2007 bis 2009 Präsidentin der German Speakers Association gewesen, weiß um die um die Verantwortung derer, die auf der Bühne stehen und mit ihren Botschaften befähigen ebenso wie begeistern wollen und sollen. Nicht ohne Grund also hieß ihr Vortrag auf den Petersberger Trainertagen: Bühne braucht Botschaft.




Die Abschluss-Keynote bestritt Stefan Frädrich. Der Experte für Motivation und Selbstführung wusste die drei Bs des Mottos auf uns selbst herunterzubrechen und hinterfragte ein ebenso verbreitetes wie seiner Ansicht nach fehlgeleitetes Credo der Motivationspsychologie: Wir brauchen große Ziele. Keineswegs, meinte Frädrich auf den Petersberger Trainertagen. „Das Ziel ist im Weg“ lautete die Botschaft des Motivationsexperten, der gleichsam textlicher Vater des inneren Schweinhunds Günter ist. Dazu, wie wir die Fallen herkömmlicher Zielformulierungen umgehen, gibt’s auch Gedanken im Interview.




Last but not least Gedanken zum Frustschutzmittel. Die lustige Wortneuschöpfung stammt vom Moderator der Petersberger Trainertage – Roman Szeliga. Als Arzt und ehemaliger Topmanager eines großen Pharmakonzerns kennt er die Wichtigkeit einer menschlichen Kommunikation - Humor setzt er dabei als Klammer ein, um Menschen für Themen und Aufgaben zu begeistern. Warum Humor das einzige Gegengift gegen den harten Ernst des Lebens ist, erklärt er in im Interview.




Auch im nächsten Jahr werden sich die Petersberger Trainertagen den Herausforderungen von Führung, Mitarbeiter-, Unternehmens- wie Selbstführung widmen. Sie finden am 31. März bis 1. April 2017 statt, allerdings nicht auf dem Petersberg, der wegen Renovierung nicht zur Verfügung steht, sondern im Grandhotel Kameha am Bonner Bogen.

26.04.2016
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