Führen kreative Namen durch die Krise?

In der Redaktion häufen sie sich: die Meldungen von Weiterbildnern, die die Krise marketingtechnisch nutzen wollen und neue oder bestehende Angebote krisentauglich labeln. Ein kleiner Einblick:

Die Nein-Sager: Ob ein Firmenname wie „Die Nein-Sager" auch ohne Krise zieht, kann man derzeit natürlich schlecht beantworten. Fakt ist aber, dass der Anbieter für professionelles Absagemanagement und Coaching die Gunst der (Krisen-)Stunde nutzt, um seine neue Seminarreihe zur aggressionsfreien Kommunikation schlechter Nachrichten zu lancieren. „Gerade in angespannten wirtschaftlichen Zeiten heißt es, öfter Nein als Ja zu sagen, um sein Unternehmen auf Kurs zu halten", begründet Geschäftsführer Michael Gebel. Erfolg hat er offenbar mit dieser Strategie. Gebel berichtet über gute Resonanz in der aktuell schwierigen Zeit. Start der Reihe: Anfang Mai 2009 mit Gastreferent Anselm Bilgri.

Konferenz der Misserfolge: Diese Idee des Marketing- und Kommunikationsexperten Mathias Haas klingt auf den ersten Blick mutiger als sie beim zweiten Blick Gestalt annimmt. Marketingtechnisch krisentauglich angeteasert ist sie als die erste Veranstaltung, die sich den Erfahrungen der Misserfolge widmet. Ganz auf die Zugkraft des Misserfolgs will sich der Veranstalter aber wohl nicht verlassen - das "Miss" ist farblich abgesetzt. Zu den bisher verpflichteten Referenten zählen Gerhard Scheucher, Autor des Buches "Die Kraft des Scheiterns", und Ulrich Nies, Leiter der Einheit Information Coordination von BASF sowie zwei weitere Referenten, aus deren Viten sich mir nicht erschließt, was genau sie inhaltlich beitragen. Scheitern kann man immer, so auch diese Konferenz. Damit das nicht passiert, ruft der Organisator zur Nominierung weiterer Referenten auf.

Die Unternehmerapotheke: Beim Hören des Namens des neuen Unternehmens in der Redaktionskonferenz hats mich tatsächlich erst in die Irre geschlagen. Wie Unternehmerapotheke? Brauchen Unternehmer andere Medikamente? Da stand ich wohl auf der Leitung :-) Also, es handelt sich um das Unternehmen 2Coach Personal- und Unternehmensberatung NRW, die sich unter dem Label "Unternehmensapotheke" Öffentlichkeit in der Krise erhoffen. Ihr Angebot: Führungskräften und Personalverantwortlichen, die unter Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Verstimmung leiden, mit Input in Form von Seminaren zu helfen. Einzunehmen sind Angebote wie "Führung in schwierigen Zeiten", "Unangenehme Personalgespräche", "Team- und Konfliktklärung"... Was ich konsequent finde: Der Firmenname ist durchgängig kommunikativ als Strategie umgesetzt. Jeweils liest man über Nebenwirkungen, Gegenanzeigen, Dosierung... Kann man aufdringlich finden, pr-tauglich ists dennoch.
10.03.2009
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