Global Speakers Summit

Erfahrungen mit der Welt der Redner

Es war eine eigenartige Veranstaltung, die Mitte April 2011 in Noordwijk, Holland, in der Nähe von Amsterdam stattgefunden hat: der Global Speakers Summit, ein alle zwei Jahre organisierter, durch die Welt wandernder Kongress. Erwartet hatten die deutschen Redner ein Zusammentreffen der weltweit besten Speaker. Doch das Format enttäuschte.



Darüber, wer die besten Redner weltweit sind, lässt sich natürlich streiten. Bemerkenswert ist, dass der Geschmack national offensichtlich unterschiedlich ist. Die Amerikaner etwa waren begeistert, sie beklatschten alles, was sie hörten, sie störte weder, dass Noordwijk - anders als die vorherigen Treffpunkte wie etwa Dubai oder Kapstadt - keine Weltstadt ist und die Veranstaltung "nur" etwa 200 Teilnehmer zählte. Sie ließen keine Gelegenheit zum Networking aus. Es war beispielsweise nahezu unmöglich, in etwa 1minütigen Fahrstuhlfahrten keine Antworten auf die Fragen zu liefern: Worüber rede ich? Und worüber würde ich reden wollen, wenn ich denn Referent wäre? Das war zweifelsfrei eine interessante Frage, auf die ich nach der dritten Nachfrage mit "professional communication" geantwortet habe. Das schien mir am naheliegendsten...

Von der deutschen Rednerliga waren, inspiriert durch eine Einladung der German Speakers Association, einige vor Ort: Lothar Seiwert, Andreas Buhr, Martin Limbeck, Michael Moesslang, Monika Paitl, Siegfried Haider, Peter Brandl, Friedbert Gay ... manche als Vortragende, manche als Zuhörer. Am zweiten Veranstaltungstag hatten bereits einige das Fragezeichen auf der Stirn in eine Sorgenfalte verwandelt: Bringt der Kongress etwas? Da sind ja keine Inhalte... Da ich Reden selbst von deutschen Speakern oft recht inhaltsschwach finde, hatte mich zu dem Zeitpunkt schon zur Abreise entschieden. Manche Deutsche verkürzten ebenfalls ihren Aufenthalt. Eine unangenehme Überraschung, die mich dann zuhause traf: Meine Interviews mit Andreas Buhr, der als Eröffnungsredner von den Holländern ausgewählt worden war und über seine Erfahrungen mit dem englischen Vortrag berichtete, und mit Lothar Seiwert, der als GSA-Präsident die Veranstaltung ins rechte Licht rückte, waren geklaut worden. Ein Schelm, der sich etwas Böses dabei denkt...

Als verloren kann man das Zeitinvest dennoch nicht betrachten. Es war eine Erfahrung. Das Erlebnis eines russischen Motivationstrainer beispielsweise werde ich so schnell nicht wieder machen können. Aber auch nicht wollen...
10.05.2011
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