BDVT relauncht seinen Preis

Eine Eule für Europa

Ein neuer Preis? Nein, kein neuer Preis. Aber ein neuer Name, eine neue Ausrichtung, ein neues Prozedere. Der BDVT - Berufsverband für Trainer, Berater und Coachs - hat seinen Trainingspreis relauncht. Er wird bereits seit über zwanzig Jahren verliehen und ist damit schon lange Chronist für gute Personalentwicklung. Im Interview erklären Präsident Stephan Gingter und Jury-Vorsitzende Jutta Timmermanns die Änderungen. Herr Gingter, aus dem Internationalen Deutschen Trainings-Preis wird der Europäische Preis für Training, Beratung und Coaching: Glückwunsch zu der Namensänderung. Endlich ist das Konstrukt aus „international“ und „deutsch“ verschwunden.... Was soll der neue Titel ausdrücken?

Stephan Gingter: Es war Zeit für einen neuen Namen, mit der Namensanpassung lösen wir die Verwirrung in der Kopplung aus „international“ und „deutsch“ auf, die uns von unseren Kunden gespiegelt wurde. Als Wirkungsraum des BDVT e.V. sehen wir den europäischen Wirtschaftsraum. Hier sitzen unsere Mitglieder wie unsere Kunden. Der neue Preis berücksichtigt die Anforderungen der „Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten“ als Teil des aktuellen Wirtschaftsprogramms der Europäischen Union „Europa 2020“ und Trends, die in öffentlichen Förderprogrammen abgebildet werden.

Explizit aufgefordert sind nun auch Berater und Coachs, ihre Konzepte einzureichen. Was ist der Hintergrund?

Stephan Gingter: Auch bisher hatten wir einen guten Mix aus Trainern, Beratern und Coachs bei den Einreichern. Das ist die Zielgruppe des BDVT. Da lag es mehr als nahe, dem Leitbild des Verbandes zu folgen und einen Preis auszuschreiben, der alle vertretenen Disziplinen anspricht. Mit dem neuen Titel wird deutlich, dass es in den auszuzeichnenden Maßnahmen um einen Mix aus Training, Beratung und Coaching gehen kann, ebenso wie der Name Raum lässt für Maßnahmen, die nur eine Disziplin betrachten.

Es ändert sich aber nicht nur der Name, sondern es ändern sich auch die Anforderungen an potenzielle Preisträger. In Zukunft wollen Sie das Umfeld der Maßnahme stärker berücksichtigen. Wie das? Und warum?

Stephan Gingter: Das ist richtig. Beim Europäischen Preis für Training, Beratung und Coaching steht die Wirkung der Maßnahme im Fokus. Und wie eine Maßnahme wirkt, hängt wesentlich vom Umfeld ab, in dem sie durchgeführt wird. So unterscheiden sich die praktischen Anforderungen zwischen einem Kleinunternehmen und einem Konzern deutlich. Dem tragen wir Rechnung, indem wir in den Kategorien die Unternehmensgröße berücksichtigen. Zusätzlich gibt es eine Kategorie für Kommunale Einrichtungen und Non-Profit-Organisationen. So betrachten wir spitzer, in welchem Umfeld welche Maßnahme welchen Wirkungsgrad erzielt.

Mit dem neuen Preis wagen Sie sich weiter vor ins Fachpublikum, Sie öffnen den Preis für Publikumsbewertungen. Trauen Sie Ihrer Jury nicht mehr? Oder warum dieser Schritt?

Jutta Timmermanns: Diese erstmalige Einbeziehung des Fachpublikums auf der Zukunft Personal bietet eine Gelegenheit, unvorbelastete Teilnehmer-/Kundenreaktionen auf die Konzepte und die Einreichenden zu erhalten und somit - wie in einem Blitzlicht - deren unmittelbare Wirkung zu erfragen. Das ist eine neue Stufe von Realitätsbezug, die wir vorher bei der Bewertung nicht abbilden konnten. Was die Jurykollegen angeht, bin ich sehr stolz, dass fast alle, die dieses Jahr nicht mehr mitbewerten, ihre Erfahrungen in einem neuen Format, einem neuen Service, zu Verfügung stellen. Sie stehen ab sofort potenziellen Einreichenden als "Einreichungsberater" zur Verfügung.

Nochmal zur Jury. Wer wird da künftig sitzen? Was wird Hauptaufgabe der Jury sein?

Jutta Timmermanns: Unsere Juroren decken nach wie vor die die Kerndisziplinen Training, Beratung und Coaching mit umfassender Erfahrungsdichte ab. Insbesondere bringen sie jedoch Unternehmenserfahrung aus den unterschiedlichen Unternehmensgrößen bzw. Non-Profit-Unternehmen und Öffentlichen Einrichtungen mit. Das ist wesentlich, da sie die Anforderungen der unterschiedlichen Unternehmens- und Organisationskontexte mit in die Bewertung einbringen und ein besonderes Augenmerk auf die Wirkung der eingereichten Maßnahmen in den jeweiligen Kontexten haben müssen. Damit bekommt die Perspektive der Wirtschaft einen neuen Stellenwert für unseren Preis.

Zurück zum Bewerber: Wer sollte sich von Ihrer Preisausschreibung angesprochen fühlen und sich unbedingt bewerben?

Jutta Timmermanns: Prinzipiell jeder, der unser neues Preismaskottchen mit nach Hause nehmen möchte. Denn das neue Symbol ist eine kleine Stein-Eule, die sinnbildlich für Lernen und Weisheit steht und exklusiv jeweils als Einzelstück von einem Künstler für uns hergestellt wird. Konkret: Eingeladen zur Einreichung ihrer bereits durchgeführten Maßnahmen sind nach wie vor Unternehmen, Organisationen, Verbände, Trainergesellschaften, Weiterbildungsorganisationen, Hochschulen, Universitäten, öffentliche Einrichtungen, Trainer, Berater, Coachs und Personalentwickler, wobei wir einen besonderen Fokus auf die Aspekte Qualität und Erfolgskontrolle legen und somit auf die tatsächlich vorliegenden Ergebnisse, die die Wirkung zum Zeitpunkt der Einreichung nachweisen.

Was haben die Preisträger von Ihrer Auszeichnung?

Jutta Timmermanns: Mal abgesehen von der Eule und der Ehre erhalten sie einen Beleg für die Qualifikation ihrer Arbeit sowie ein erstklassiges Verkaufs-, Marketing- und Akquiseargument. Das wissen wir durch die Erfahrungen, die frühere Preisträger gemacht haben. Schließlich bilden die Preisträger ein europäisches Benchmark in Training, Beratung und Coaching. Ein wichtiger Vorteil für viele Preisträger ist die intensive Beschäftigung mit der Maßnahme während der Einreichung. Viele Gewinner aus den Vorjahren spiegeln uns, dass sie durch die Bewerbung die eigenen Maßnahmen noch einmal verbessern konnten. Und für einreichende Unternehmen ist die Tatsache, eine solche Auszeichnung erhalten zu haben, oft sogar ein Qualitätsmerkmal als Arbeitgeber.

Und was hat der Markt davon? Wird der Preis ein Seismograph für PE in Europa sein?

Stephan Gingter: Der Internationale Deutsche Trainings-Preis ist und war in seiner 22-jährigen Geschichte bereits ein Gradmesser für die Qualität von Trainingsmaßnahmen und ein Benchmark. Hier knüpfen wir an und schaffen durch die Veröffentlichung von Best Practices ein jährliches Benchmark der Weiterbildungsszene in Europa in Sachen Qualität. Mir gefällt der Begriff „Seismograph“ sehr gut, denn auch beim Europäischen Preis für Training, Beratung und Coaching beobachten wir, was bewegt wurde. Der Preis ist ein Indikator für herausragende Aus- und Weiterbildungs- sowie individuelle und organisationale Entwicklungs- und Bildungsprozesse. Die Siegerkonzepte werden wir auch in Zukunft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Foto: Petra Franke
29.01.2015
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