Darf ein Coach Ratschläge geben oder nicht?

In der aktuellen Ausgabe von managerSeminare hält Ulrich Dehner, Geschäftsführer der Konstanzer Seminare, ein Plädoyer für den Ratschlag im Coaching. Laut dem Psychotherapeuten und DBVC-Coach fußt das Dogma, dass Coachs ihren Klienten keine Ratschläge geben dürfen, auf einem Missverständnis: Eine richtige Idee aus der Psychotherapie sei fälschlicherweise auf die Coachingsituation übertragen worden. Der erste Widerspruch zu Dehners Argumentation erreichte die Redaktion heute per Mail, von den Coachs Rolf Meier und Axel Janßen. Meier und Janßen, ehemals Vorsitzende des Coachingsverbands dvct, sind gänzlich anderer Meinung als Dehner. Die Begründer der von ihnen so genannten Hamburger Schule meinen, dass Dehner mit seiner Argumentation "pro Ratschlag" die Verständnisgemeinschaft von Coaching verlässt. Coaching sei Hilfe zur Selbsthilfe, der Sinn von Coaching sei, die Selbstentscheidung durch den Coachee entstehen zu lassen. Meier und Janßen empfinden "ratgebende" Coachs als unprofessionell und schädlich für die Branche. Letzteres vor allem, weil die vorgenommene Abgrenzung zwischen Berater und Coach hinfällig wird, wenn auch der Coach berät. Was meinen Sie? Darf der Coach oder darf er nicht ratschlagen? Auf dem Coaching-Kongress des DBVC Mitte Oktober 2008 in Potsdam hatte Dehner viel Zustimmung zu seinen Thesen erfahren: Einige Coachs berichteten davon, die Situation, nur Fragen stellen zu dürfen, als krampfhaft zu empfinden. Dehners "Erlaubnis" löste daher so eine Art Erleichterung aus. Ein "ratgebenden" Coach konnte man auf dem DBVC-Kongress übrigens auch live erleben: in den Live-Demonstrationen der Coaching-Koryphäe Astrid Schreyögg. Zum Nachlesen: Der Bericht zum CoachingKongress. Der Text von Ulrich Dehner. Der Leserbrief von Janßen und Meier erscheint in der nächsten Ausgabe. Und vielleicht noch weitere...
26.01.2009
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