DGFP reagiert mit Reorganisation auf finanzielle Schwierigkeiten

„DGFP steht vor Personalabbau und Standortschließungen" titelte das HR-Portal Haufe.de vor zwei Tagen. Die Meldung wirbelte einigen Staub auf. Die altehrwürdige Personalerorganisation steckt in finanziellen Schwierigkeiten, deren Grund vor allem in einem defizitären Akademie-Geschäft zu suchen ist. Wenn ein persönlicher Anruf der Geschäftsführung einer offiziellen Pressemitteilung vorausgegeht, kann man ahnen: Die Sache ist ernst. So geschehen bei der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP). Auf ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung Anfang Mai hat sie die Schließung ihrer Regionalstellen zugunsten eines zentralen Standorts beschlossen. Was in der Pressemitteilung als "Sicherung der Wirtschaftlichkeit" formuliert wurde, heißt im Klartext: Die DGFP will bzw. muss sparen.

Katharina Heuer (Bild), seit 2013 Geschäftsführerin der DGFP, machte im Gespräch mit managerSeminare keinen Hehl aus den Gründen. „Mitte 2013 hat es einen deutlichen Einschnitt im Umsatz des Akademiegeschäftes gegeben". Das Seminargeschäft, bestehend aus den Angeboten der Akademie und den Veranstaltungen der Personalerorganisation, finanziert die Gesellschaft etwa hälftig. Die andere Hälfte stammt aus den Mitgliedsgebühren, die laut Heuer aber etwa konstant geblieben sind. Wie groß der Einschnitt nach unten im Seminargeschäft ist, wollte Heuer nicht konkret beziffern.

Bereits seit Jahren arbeitet die DGFP an ihrer Neuerfindung. Angestoßen wurde der Prozess bereits durch Gerold Frick, einem Vorgänger von Heuer, der sich für mehr Vernetzung einsetzte und unter anderem eine neue CI verabschiedete. Seit 2013 wird merklich an den Formaten gearbeitet. Heuer verabschiedete sich etwa vom altehrwürdigen Jahreskongress zugunsten eines Labs für Young Professionells und einem „congress" für die Executives. Beides zeigte positive Außenwirkungen, kostete aber nicht nur Arbeitskraft.

Regelrecht auf die Füße gefallen ist der DGFP das wohl etwas ins Hintertreffen geratene Seminargeschäft. Heuer ist von der Qualität des Angebots nach wie vor überzeugt, gibt aber unumwunden zu: „Wir müssen mehr investieren in neue, flexiblere Seminarformate." Kürzer, kompakter, komprimierter sollen die Angebote werden. Und wieder sichtbarer werden am Markt. Erste Ansätze soll das neue Seminarprogramm zeigen. Um die Investitionen der Vergangenheit zu verkraften und die in die Zukunft zu sichern, tritt die DGFP an anderer Stelle auf die Bremse. Die Düsseldorfer Zentrale sowie die sieben Regionalstellen in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und München werden zum 1. Januar 2016 am Standort Frankfurt zusammengeführt, ein Hauptstadtbüro in Berlin bleibt. Etwa 70 DGFP-Mitarbeiter sind vom Umbau betroffen, laut Heuer geschieht der damit bedingte Personalabbau sozialverträglich.

Für die Mitgliedsunternehmen ändert sich damit laut der DGFP-Geschäftsführerin nichts zum Schlechten: DGFP-Veranstaltungen werden nach wie vor bundesweit veranstaltet. Sie sieht die Zentralisierung positiv: „Wir können die Mitgliedsunternehmen damit besser als zuvor vernetzen: nämlich nicht nur regional, sondern nach Unternehmensgrößen und -branchen." Ohnehin gibt sich die DGFP-Chefin ebenso realistisch wie optimistisch: „Wir sind in einer wirtschaftlich herausfordernden Situation, die Mitgliedsunternehmen bestärken uns aber, den Weg weiterzugehen. HR gewinnt an Bedeutung, nicht nur für die HR-Funktion selbst. Und das stärkt die DGFP."
07.05.2015
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