Inspiration

Ungewöhnliche Methoden
Ungewöhnliche Methoden

Zündstoff für Veränderung

Überraschungen und gezielte Irritationen mögen im Coaching und Training für einige wie ein Risiko wirken. Dabei können gerade unerwartete und ungewöhnliche Impulse Lernprozesse nachhaltig vertiefen und Veränderungen anstoßen. Barbara Messer erklärt anhand von Beispielen, wie Irritationen bereits im Kleinen wirken und wie aufwendigere Methoden für nachhaltige Aha-Momente sorgen können.

„Das Gehirn verändert sich nur dann, wenn emotionaler Aufruhr entsteht. Ohne Erregung gibt es keine Neuroplastizität“, sagte schon der Hirnforscher Gerhard Roth. Ein Zitat, das auf den Punkt bringt, warum etwa Irritationen im Coaching und Training sinnvoll und wirkungsvoll sein können. Ein einziger Satz aus dem Munde des Trainers oder Coachs kann ausreichen, um eine andere Person zu triggern – offen oder nicht spürbar. Irgendjemand kann mit dem Thema in Resonanz gehen, es berührt etwas, es trifft einen inneren Ort – vielleicht sogar einen wunden Punkt. Ob darauf eine Reaktion folgt, hängt vom Grad der Konventionen, dem offenen oder subtilen Verhaltenskodex und der gesetzten Etikette ab. Doch wir als Weiterbildende wollen diesen „emotionalen Aufruhr“ und die damit verbundene Neuroplastizität, von der Gerhard Roth gesprochen hat. Denn ohne sie kann das Seminar, meiner Meinung nach, auch gleich abgesagt werden.

Neuroplastizität durch Emotionen

Der Grund dafür: Wissen ist nie ein rein kognitiver Vorgang. Es ist immer an Emotionen gekoppelt. Ohne Gefühl gibt es keine Erinnerung. Ohne Gefühl keinen Wandel. Der Neurobiologe Joachim Bauer beschreibt es so: Das Gehirn speichert bevorzugt alles, was emotional aufgeladen ist. Selbst Erinnerungen an die erste Liebe, die erste Vollmondnacht am Strand oder das erste eigene Mofa bleiben lebenslang erhalten, weil sie mit intensiven Gefühlen verknüpft sind. Und genau das gilt auch für Lernprozesse.

Wissen ist nie ein rein kognitiver Vorgang. Es ist immer an Emotionen gekoppelt. Ohne Gefühl gibt es keine Erinnerung. Ohne Gefühl keinen Wandel.

Unser Gehirn ist schon ein seltsames Organ. Es liebt zwar Routinen, also die vertrauten Gedankenautobahnen, die so schön wenig Energie kosten. Gleichzeitig lernt es scheinbar dann am besten, wenn etwas Aufregendes, Neues passiert. Überraschung lässt uns hochschrecken und macht uns neugierig. Und mit der Neugier kommt das „Hin zu etwas“, das Wollen, die Offenheit für Neues. Gutes Training braucht daher Spannung, Action und absolut interessante Eindrücke.

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