Reflexion

Trainingsspitzen

Resilienztraining ist Unsinn

Wer die Begriffe Work-Life-Balance und Resilienz nutzt, hat sich nie mit ihrer Bedeutung auseinandergesetzt, meint Beatrice Vomberg-Miszori. Sie findet: Die Begriffe sind kontraproduktiv für jede persönliche Entwicklung.
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Sprache ist verräterisch! Und in diesem Fall liegt weit mehr als ein semantisches Problem vor: Wer von Work-Life-Balance spricht, betrachtet Work (Arbeit) als etwas auf der einen und Life (Leben) als etwas auf der anderen Seite, sonst gäbe es ja nichts auszubalancieren. Das impliziert aber nicht viel weniger als die Gegensätzlichkeit von Arbeit und Leben und erklärt, dass, wo das eine ist, das andere nicht sein kann. Hier wird also, gewollt oder ungewollt, proklamiert, dass Arbeit und Leben zwei konkurrierende, sich gegenseitig ausschließende Sphären sind. Diese sollen dann mit viel Mühe und der Hilfe von Literatur und Trainings in Balance gehalten werden – was eine ewige Sisyphusarbeit werden dürfte. Super!

Wenn dann noch Resilienz dazu kommt, die vielgelobte Widerstandskraft, ist alles vorbei! In Resilienz-Ratgebern und -Trainings lernen wir, wie wir auch nach höchsten Anstrengungen und Herausforderungen im Berufsleben schnell und unbeschadet wieder unsere ursprüngliche Verfassung zurückgewinnen, um in alter Manier wieder ans Werk zu gehen.
Autor(en): Beatrice Vomberg-Miszori
Quelle: Training aktuell 07/13, Juli 2013, Seite 50
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