Know-how

Training im Dunkeln: Ohne Sehkraft den Blick weiten

Buchstäblich im Dunkeln tappen lässt das Wiener Institut für qualitative Marktbearbeitung IQM die Teilnehmer seines neuen Seminars. Denn: Eine Trainingsphase findet in einem lichtleeren Raum statt. Die Dunkelheit soll letztlich mehr Licht in Aufgabenstellungen rund um die Themen Führung, Team und Verkauf bringen. 'Die Lichtlosigkeit zwingt nämlich zu neuen Informations- und Kommunikationswegen', erläutert Andrea Kopitz von IQM die Idee hinter dem Trainingsformat.

Die Bedeutung des so genannten ersten Eindrucks zeige etwa, wie sehr Menschen ihre Urteilsbildung auf rein visuelle Reize begründen - und wie leicht sie dadurch Stereotypen und Vorurteilen auf den Leim gehen. Oftmals ignoriere man dadurch wesentliche Informationen, so Kopitz. Auch die üblichen Formen der Selbstdarstellung verlaufen auf einer visuellen Ebene. Wie sie ihren gewohnten Blick ändern können, lernen die Teilnehmer, indem ihre visuelle Wahrnehmung zunächst einschränkt wird.

'Da bei Menschen die optische Wahrnehmung dominiert, sind sie im Dunkeln zunächst völlig hilflos', so Kopitz. Die Folge: Angst und Unsicherheit machen sich breit, die jedoch von einem blinden Führer und einem Trainer aufgefangen werden. Nach dieser anfänglichen Reaktion wagen die Teilnehmer nach und nach, sich mit anderen Sinnen im Raum zu orientieren: etwa durch Hören und Tasten. Spezielle Übungen und Spiele sollen das neue sinnliche Erleben unterstützen. Zum Beispiel erhalten je zwei Teilnehmer die gleiche Sorte Obst zugeteilt. Die Aufgabe: im lichtleeren Raum zueinander finden. Sofort stellen die Teilnehmer fest, dass für die Paarbildung im Dunkeln andere Informations- und Kommunikationsprozesse angesagt sind als der vielleicht sonst übliche Blickkontakt. Auf diese Weise lernen sie nach Aussage von Kopitz, innovative, kreative Lösungen zu entwickeln und eine vorurteilsfreie Perspektive einzunehmen. Infos im Internet.
Autor(en): (ahe)
Quelle: Training aktuell 04/06, April 2006
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