Für alle Fragen rund um unsere Webseite, unsere Medien und Abonnements finden Sie hier den passenden Ansprechpartner:
Übersicht Ansprechpartner
Beitrag von Lorena Käppeler aus Training aktuell 05/26, Mai 2026
Es gibt keine konfliktfreien Zonen. Wo Menschen mit unterschiedlichen Wertehaltungen, Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen, entstehen unweigerlich Spannungen. Kulturelle Prägungen, Generationsunterschiede, divergierende Arbeitsweisen – all das kann Reibung erzeugen. Im beruflichen Kontext werden diese Faktoren zusätzlich durch Hierarchien, Abhängigkeiten, Zeitdruck und unterschiedliche Verantwortungsbereiche verschärft. In nahezu jedem Team gibt es Spannungen, die sich hartnäckig halten. Manchmal brechen sie offen aus, manchmal schwelen sie unter der Oberfläche. Der Ton wird schärfer, bestimmte Themen werden gemieden, Wertschätzung verschwindet im Alltagsstress – oder wird zur Fassade, hinter der sich unausgesprochene Konflikte verbergen. Das Ergebnis: eingeschliffene Muster, die als unveränderlich gelten. „So läuft das hier eben.“ Als Trainerin begegnet mir regelmäßig eine vertraute Überzeugung: „Wenn sich die andere Person endlich ändern würde, wäre alles gut. Aber sie will nicht – sie ist eben schwierig und streitlustig.“ Diese Sichtweise personalisiert das Problem und führt in eine Sackgasse. Was aber, wenn Konflikte weniger mit einzelnen „schwierigen” Personen zu tun haben – und mehr mit den Kommunikationsmustern, die sich im Team etabliert haben? Hier setzt die Methode „Konflikt-Mischpult“ an. Sie nutzt eine eingängige Metapher: Das Team betrachtet seinen Konflikt bzw. das zu diskutierende Thema wie einen Soundtrack, dessen Klang sich verändern lässt. Verschiedene Aspekte der Kommunikation – Direktheit, Provokation, Wertschätzung, Perspektivübernahme, Tempo – werden als Regler auf einem Mischpult visualisiert. Manche stehen dauerhaft auf Maximum, andere sind kaum hörbar. Statt vorschnell nach Lösungen zu greifen, richtet sich der Blick zunächst auf die Bestandsaufnahme: Wie klingt unser Konflikt/unsere Kommunikation eigentlich gerade?