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Systemische Interventionen
Systemische Interventionen

Teams am Mischpult

Konflikte gibt es in nahezu jedem Team – überall dort, wo unterschiedliche Werte, Erfahrungen und Arbeitsweisen aufeinandertreffen. Oft werden diese Konflikte einzelnen „schwierigen“ Personen zugeschrieben und es wird angenommen, dass sich daran nichts ändern lässt. Doch was, wenn sie vielmehr mit den im Team etablierten Kommunikationsmustern zu tun haben? Hier setzt die Methode „Konflikt-Mischpult“ an. Sie zielt darauf ab, solche Kommunikationsmuster sichtbar zu machen und es Teams zu ermöglichen, diese an einem Mischpult – wie einen Soundtrack – zu bearbeiten und zu verändern.

Es gibt keine konfliktfreien Zonen. Wo Menschen mit unterschiedlichen Wertehaltungen, Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen, entstehen unweigerlich Spannungen. Kulturelle Prägungen, Generationsunterschiede, divergierende Arbeitsweisen – all das kann Reibung erzeugen. Im beruflichen Kontext werden diese Faktoren zusätzlich durch Hierarchien, Abhängigkeiten, Zeitdruck und unterschiedliche Verantwortungsbereiche verschärft. In nahezu jedem Team gibt es Spannungen, die sich hartnäckig halten. Manchmal brechen sie offen aus, manchmal schwelen sie unter der Oberfläche. Der Ton wird schärfer, bestimmte Themen werden gemieden, Wertschätzung verschwindet im Alltagsstress – oder wird zur Fassade, hinter der sich unausgesprochene Konflikte verbergen. Das Ergebnis: eingeschliffene Muster, die als unveränderlich gelten. „So läuft das hier eben.“ Als Trainerin begegnet mir regelmäßig eine vertraute Überzeugung: „Wenn sich die andere Person endlich ändern würde, wäre alles gut. Aber sie will nicht – sie ist eben schwierig und streitlustig.“ Diese Sichtweise personalisiert das Problem und führt in eine Sackgasse. Was aber, wenn Konflikte weniger mit einzelnen „schwierigen” Personen zu tun haben – und mehr mit den Kommunikationsmustern, die sich im Team etabliert haben? Hier setzt die Methode „Konflikt-Mischpult“ an. Sie nutzt eine eingängige Metapher: Das Team betrachtet seinen Konflikt bzw. das zu diskutierende Thema wie einen Soundtrack, dessen Klang sich verändern lässt. Verschiedene Aspekte der Kommunikation – Direktheit, Provokation, Wertschätzung, Perspektivübernahme, Tempo – werden als Regler auf einem Mischpult visualisiert. Manche stehen dauerhaft auf Maximum, andere sind kaum hörbar. Statt vorschnell nach Lösungen zu greifen, richtet sich der Blick zunächst auf die Bestandsaufnahme: Wie klingt unser Konflikt/unsere Kommunikation eigentlich gerade?

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