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Beitrag von Nathalie Langen aus Training aktuell 03/26, März 2026
Wenn Online-Trainings unterschiedlich erlebt werden, liegt das nicht nur an technischen Hürden oder inhaltlichen Unterschieden. Auch die Wahrnehmung der Beteiligten spielt eine Rolle. Das legt eine aktuelle Studie von einem Team aus Forschenden der Universität Münster offen, die zeigt, wie unterschiedlich Lernsituationen erlebt werden können. In ihrer Studie „Do they match?“ befragten die Forschenden 19 Trainerinnen und Trainer sowie 77 Teilnehmende zu ihren Eindrücken von digitalen Trainings. Grundlage der Untersuchung war das Modell der „Community of Inquiry“, das drei Dimensionen erfolgreicher Lernprozesse beschreibt: die lehrseitige, die soziale und die kognitive Präsenz. Das zentrale Ergebnis: Die Bewertungen der beiden Befragungsgruppen wichen in zwei der drei Punkte deutlich voneinander ab.
Am stärksten ausgeprägt war die Wahrnehmungslücke bei der sogenannten „Teaching Presence“, also der wahrgenommenen Präsenz und Steuerung durch die Lehrperson. Trainerinnen und Trainer schätzten ihr eigenes Engagement diesbezüglich höher ein als ihre Teilnehmenden, insbesondere was die Strukturierung, Klarheit und Unterstützung betrifft. Auch bei der „Social Presence“, also der Möglichkeit zur Interaktion und zum sozialen Austausch, bewerteten sich viele Lehrende besser, als es ihre Gruppen taten. Nur bei der „Cognitive Presence“, also der gedanklichen Auseinandersetzung mit den Inhalten, stimmten die Einschätzungen von Trainingsprofis und Teilnehmenden tendenziell überein.
Die Forschenden vermuten, dass Trainingsprofis dazu neigen, die eigenen Lehraktivitäten als unmittelbarer wirksam wahrzunehmen, während Teilnehmende stärker von der erlebten Interaktion und Kommunikation geprägt sind. Um diese Wahrnehmungslücke zu verringern, empfehlen die Forschenden, gezielt Feedback einzuholen – nicht nur im Nachhinein, sondern bereits während des Trainings. Durch regelmäßige Rückmeldeschleifen könnten mögliche Abweichungen früh erkannt und Online-Trainings stärker an den tatsächlichen Lernerfahrungen der Teilnehmenden ausgerichtet werden.
Es empfiehlt sich, gezielt Feedback von den Teilnehmenden einzuholen – nicht nur im Nachhinein, sondern bereits während des Online-Trainings.