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Sommerlektüre für HR'ler: Denken Sie negativ

Paul Pearsall: Denken Sie negativ, unterdrücken Sie Ihren Ärger und geben Sie anderen die Schuld!, 287 S., brosch., mvg, Heidelberg 2006, ISBN 3-636-06266-2, 17,90 Euro.

'Wir müssen nur wollen!', singt die deutsche Pop-Band Wir sind Helden. Und in dieses Lied stimmen auch die zahlreichen Selbsthilfe-Ratgeber ein. 'Alles ist möglich!', skandieren sie. 'Du musst Dich nur anstrengen!' oder 'einen Plan machen!' oder 'Deine Ziele klar umschreiben!'. Aber was ist mit denen, die trotz all dieser Ratschläge immer noch nicht rundum durchorganisiert, jederzeit optimistisch und immerzu in der Laune zu Selbstreflexionen sind? Sind sie Versager?

Mitnichten meint der Autor Paul Pearshell. Seine These: 'Selbsthilfe-Ratgeber nutzen nur den Autoren, weil die damit Geld verdienen.' Er selbst gibt Ratschläge, die sich ganz anders anhören: 'Denken Sie negativ, unterdrücken Sie Ihren Ärger und geben Sie anderen die Schuld!' Pearsall hat in seinem gleichnamigen Buch viele der kursierenden Lebensweisheiten einer kritischen Prüfung unterzogen. Und er zeigt: Die meisten Ratschläge sind Nonsens, einige sind schlicht unwahr, und fast alle sind nicht verallgemeinerbar. Der Autor schlägt vor, sich auf keinen Fall in 08/15-Schemata pressen zu lassen, denn nicht jeder ist gleich, und nicht jeder Tipp hilft jedem weiter. Des Weiteren rät er, Bewertungsmuster nicht unreflektiert zu übernehmen. So kann beispielsweise negatives Denken, das in vielen Büchern als hemmend angeprangert wird, nach Pearsell überlebensnotwendig sein. Etwa dann, wenn man vor etwas Angst hat und sich hinterher herausstellt, das diese Angst berechtigt war. Auch das Zuweisen von Schuld, das in der Ratgeberliteratur als schlechte Eigenschaft verdammt wird, ist nicht immer schlecht. Laut Pearsell zeigt es dort, wo ein Schuldiger eindeutig erkennbar wird, scharfes Denken und beweist mitunter Zivilcourage. Und - ach ja - eigene Schuldgefühle wegen Nichterfüllung von Planzielen sind kontraproduktiv, meint der Autor. Unter Druck setzen sollte man sich schon mal gar nicht. Mit dieser Nachricht kann ein entspannter Urlaub doch wunderbar beginnen!
Autor(en): (com)
Quelle: Training aktuell 07/06, Juli 2006
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