Medien

Rezension: homo mediator

Die USA, das Mutterland aller Trends? Nicht ganz. In seinem Buch 'homo mediator' räumt Joseph Duss-von Werdt mit der weit verbreiteten Annahme auf, das Verfahren der Mediation sei in Amerika entwickelt und dann nach Deutschland importiert worden. Vielmehr, so der Autor, wird in Europa bereits seit 2.600 Jahren mediiert. Und das kann Duss-von Werdt belegen: Mal kurz und knackig, mal recht ausführlich berichtet er aus dem Leben historischer und zeitgenössischer Persönlichkeiten, die als Vermittler in Streitdingen tätig waren oder Theoretisches über das Verfahren publiziert haben - angefangen bei dem Politiker Solon, der im antiken Athen zwischen Aristokraten und Bürgern zu vermitteln suchte, über den Venezier Alvise Contarini, der am Zustandekommen des Westfälischen Friedens beteiligt war, bis hin zu Richard Holbrooke.

Im Anschluss an diese Zeitreise durch die Mediation versucht der Autor, das Selbstbild eines Mediators zu entwerfen: Wie denkt er über seine Arbeit? Wie sieht er seine Mitmenschen? Und welche Haltung ist notwendig für die vermittelnde Tätigkeit? Auch wenn sich Duss-von Werdt bei diesen philosophischen Betrachtungen ausschließlich auf seine eigenen Erfahrungen stützt, der Blick auf das Selbstverständnis eines Mediators bleibt spannend.

Joseph Duss-von Werdt: homo mediator. Geschichte und Menschenbild der Mediation, 296 S., geb., Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-94146-0, 29,50 Euro.
Autor(en): (stb)
Quelle: Training aktuell 07/05, Juli 2005
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