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Beitrag von Maike Schwier aus Training aktuell 09/25, September 2025
Im Team gemeinsam einen Kran steuern und mit diesem Holzklötze übereinander stapeln – das ist das Spielprinzip des Trainingstools „Teamspirit Lifter“. Ziel ist es, aus den einzelnen Klötzen einen Turm zu errichten. Das gelingt allerdings nur, wenn alle Teammitglieder gut zusammenarbeiten und sich aufeinander abstimmen. Der Anbieter beschreibt den Teamspirit Lifter als ein vielseitiges Tool für Gruppen: Es kann z.B. zur Förderung der Kommunikation und Kooperation in Teams, zur Arbeit und Auseinandersetzung mit individuellen Stärken, zur Reflexion von Rollenverteilungen und zur Entwicklung von Strategien eingesetzt werden. Darüber hinaus soll es sich bei dem Tool auch um einen sogenannten Energizer handeln, der neue Dynamik in den Seminarraum bringt. Teamspirit Lifter eignet sich für Gruppen von sechs bis zwölf Personen.
Der Teamspirit Lifter wird vom Anbieter als ein vielseitiges Tool für Gruppen beschrieben: Es kann z.B. zur Förderung der Kommunikation und Kooperation in Teams, zum Erleben von Gruppendynamik, zur Arbeit und Auseinandersetzung mit individuellen Stärken, zur Reflexion von Rollenverteilungen und zur Entwicklung von Strategien eingesetzt werden.
Teamspirit Lifter kommt in einem stabilen Holzkoffer daher. Im Lieferumfang enthalten sind sieben Holzklötze in unterschiedlichen Größen und Formen (die Flächen einiger Klötze sind gerade, einige schräg), ein hölzener Kran, an dem zwölf bunte Schnüre befestigt sind, ein langes Begrenzungsseil sowie eine kurze Anleitung. Das gesamte Set wirkt robust, ist jedoch aufgrund seines hohen Gewichts für den Transport ohne Auto eher unpraktisch.
Die Anleitung beschreibt den Ablauf, die Regeln und das Ziel des Spiels kompakt und übersichtlich: Zu Beginn wird mithilfe des Begrenzungsseils ein Kreis auf dem Boden gezogen und in die Mitte eine Moderationskarte gelegt (Markierung für den Bauplatz). Anschließend werden alle Holzklötze mit etwas Abstand zueinander innerhalb des Kreises verteilt. Abhängig von der Anzahl der Teilnehmenden werden nun Schnüre am Kran befestigt oder abgenommen. Alle Teilnehmenden nehmen eine Schnur in die Hand. Die Gruppe soll mithilfe der Schnüre den Kran gemeinsam führen, die Holzklötze auf dem Bauplatz übereinanderstapeln und so einen Turm bauen. Der Seilkreis darf dabei nicht betreten werden. Neben dieser klassischen Variante enthält die Anleitung auch zahlreiche alternative Einsatzmöglichkeiten. So können z.B. einige Teilnehmende die Augen verbunden bekommen und müssen sich von den anderen Teilnehmenden coachen lassen.
Ich teste den Teamspirit Lifter in vier Workshopgruppen mit jeweils zwölf bis 16 Teilnehmenden . Es handelt sich um junge Menschen im Freiwilligendienst, die sich während einer Seminarwoche mit ihren individuellen Stärken und Werten auseinandersetzen.
Die Teilnehmenden bekamen zuvor eine Einführung darüber, was psychologische Stärken ausmacht und haben ihre eigenen Stärken reflektiert. Nun sollen sie diese in Aktion erleben und gleichzeitig einander Rückmeldung geben. Außerdem nutze ich das Spiel bewusst als aktivierende Übung am Nachmittag, um die Energie und Stimmung in der Gruppe zu heben.
In allen Gruppen spielen wir die klassische Variante. Die Einführung in das Spiel gestaltet sich jedes Mal als einfach, die Spielregeln werden von allen schnell verstanden. Zusätzlich zur Aufgabe, den Turm zu bauen, erhalten die Teilnehmenden den Auftrag, auf die Stärken ihrer Mitspielenden zu achten und die Dynamik im Team zu beobachten. Zwölf Personen aus den jeweiligen Gruppen nehmen gleichzeitig aktiv teil, alle weiteren übernehmen die Rolle von externen Beobachterinnen und Beobachtern. In allen Gruppen entsteht sofort ein spürbarer Teamgeist. Einige Teilnehmende übernehmen schnell die Führung und geben klare Impulse wie „Lasst uns mit den großen Klötzen anfangen“ oder „Die schrägen kommen ganz zum Schluss“. Andere halten sich eher zurück, hören aufmerksam zu und unterstützen leise, aber konzentriert. Im Verlauf treten vielfältige Stärken zutage – etwa strategisches Denken bei der Planung des Aufbaus, Geduld beim präzisen Platzieren der Klötze („Ganz langsam, sonst kippt er …“) oder auch Resilienz, wenn der Turm einmal einstürzt („Egal, wir probieren es noch mal!“). Schnell wird in jeder Gruppe deutlich: Nur wenn alle zusammenarbeiten, gut zuhören und intensiv miteinander kommunizieren, kann die Aufgabe gemeistert werden. Die benötigte Zeit variiert in den Gruppen. Eine Gruppe meistert die Aufgabe in nur fünf Minuten, eine andere braucht fast 15. Am Ende ist die Freude jedoch bei allen groß, wenn der Turm steht. Dieses gemeinsame Erfolgserlebnis scheint ein wichtiger Schlüsselfaktor bei der Nutzung des Tools zu sein.
Nach der Übung folgt in jeder Gruppe eine Reflexion. Zunächst tauschen sich die Teilnehmenden darüber aus, was ihnen bei ihren Mitspielenden aufgefallen ist. Anschließend geben die Beobachtenden Feedback, zuletzt ergänze ich mit meinen eigenen Eindrücken.
Der Teamspirit Lifter ist ein anspruchsvolles, gleichzeitig aber auch sehr motivierendes Tool für die Arbeit mit Gruppen. In meinen Workshops zeigte sich, dass das Tool die Kommunikation, Kooperation und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppen stärkte. Zugleich schärfte es den Blick der Teilnehmenden für die Stärken anderer und förderte die Selbstwahrnehmung der eigenen Stärken. Darüber hinaus brachte der Einsatz des Tools spürbar mehr Energie in den Raum.
Die maximale Anzahl von bis zu zwölf Personen lässt sich erweitern, indem zusätzliche Personen z.B. beobachtende Rollen übernehmen. Diese Konstellation hat sich zumindest in meinen Workshops als positiv erwiesen, da die Beobachtenden zusätzliche Dynamiken und Stärken während des Spiels wahrgenommen haben, die den Austausch in den Gruppen während der Reflexionsrunden bereicherten. Die Dauer der Übung ist nicht exakt planbar und hängt stark von der Gruppendynamik sowie dem gewählten Schwierigkeitsgrad ab. Daher sollten Trainerinnen und Trainer ausreichend Zeit einplanen, damit die Gruppe die Aufgabe erfolgreich abschließen kann. Ich würde Trainerinnen und Trainern außerdem empfehlen, auf ein passendes Setting zu achten: Einige Teilnehmende meiner Workshops äußerten bei der Vorstellung des „Teamspirit Lifters” Skepsis, da sie die Übung bereits aus einem früheren Seminar kannten. Dort wurde der Turm auf einer unebenen Wiese aufgebaut. Dies führte zu Frustration, da die Aufgabe nicht bewältigt werden konnte. In meinen Workshops führte ich das Tool auf einem ebenen Boden durch. Allen Gruppen gelang es, den Turm aufzubauen, und wir konnten das Spiel mit einem positiven Ergebnis abschließen.
Der Teamspirit Lifter ist ein vielseitig einsetzbares Tool für Trainerinnen und Trainer, die Gruppen in Präsenzseminaren begleiten. Es bietet eine gute Möglichkeit, die Kommunikation und Zusammenarbeit zu fördern, Stärken sichtbar zu machen sowie Freude und neue Energie in den Raum zu bringen.
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