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Mobile-Learning: Abschied vom klassischen Lernen

Mobile-Learning wird unter Weiterbildnern und Unternehmen zunehmend diskutiert. Der Grund:
M-Learning bietet die Chance, Lernen und Arbeiten zu verbinden. Relevant ist das Lernen mit mobilen Geräten wie Handy und PDA daher vor allem für Mitarbeiter, die viel unterwegs sind.

Löst Mobile-Learning e-Learning ab? Das Schlagwort Mobile-Learning - häufig auch als M-Learning bezeichnet - macht zumindest derzeit zunehmend die Runde - sei es auf der Online-Educa im Dezember 2003 in Berlin, auf der Learntec Anfang Februar 2004 in Karlsruhe oder auf der CeBIT Mitte März 2004 in Hannover. Und auch der US-amerikanische e-Learning-Experte Elliott Masie hat nach dem Besuch der Consumer Electronics Show im Januar 2004 in Las Vegas Mobile-Learning als Trend deklariert.
Masie ist überzeugt, dass die Menschen mobile Telekommunikationsgeräte wie Handys und Handhelds zum Arbeiten und Lernen nutzen werden. Allerdings könne beim Mobile-Learning nicht mehr vom Lernen im klassischen Sinne gesprochen werden. Es gehe vielmehr darum, dass Mitarbeiter, die beruflich viel unterwegs sind, Zugang zu Informationen erhalten und sich mit Kollegen austauschen können.

M-Learning bringt zeitliche wie räumliche Flexibilität

Im Gegensatz zu e-Learning ist M-Learning nämlich nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich flexibel: Es ist möglich, auf ein Computernetz zuzugreifen, ohne an einen bestimmten Platz gebunden zu sein. Die Daten-übertragung zwischen Computer und Mobilgerät erfolgt dabei entweder via Synchronisation über eine Schnittstelle, d.h. die Daten werden quasi mit auf die Reise genommen. Oder das mobile Gerät erhält die Daten über Funk bzw. über Schnittstellen, die sich unterwegs bieten. Letzteres ist immer mehr im Kommen. Drahtlose Zugänge, so genannte Hotspots, schießen wie Pilze aus dem Boden. Die Deutsche Telekom etwa will bis Ende 2004 ihr bestehendes WLAN-Netz von aktuell 100 auf 4.000 Hotspots ausbauen. Auf der diesjährigen CeBIT z.B. gab es in allen Hallen kabellose Verbindungen.

M-Learning verknüpft Lernen und Arbeiten

Die drahtlose Technologie bringt mit sich, dass Lernen und Arbeiten immer mehr verschwimmen. 'Der Einsatz von M-Learning liegt eher in der Verknüpfung von Lernen und Arbeiten denn im reinen Lernen', bestätigt Dirk Frohberg von der Universität Zürich, der im Rahmen des EU-Projekts MobiLearn die Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie erforscht. So sei M-Learning insbesondere für Mitarbeiter relevant, die außerhalb des Unternehmens unterwegs sind, und akutes Problemlösungswissen benötigen. 'Einem Monteur, der bei seiner Arbeit auf ein Problem stößt, das er mit seinem Wissen nicht bewältigen kann, ist es möglich, sich die Teilschritte zur Lösung auf seinem PDA anzeigen zu lassen', nennt Frohberg ein Beispiel.
Der Mehrwert von M-Learning liegt dem Wissenschaftler zufolge darüber hinaus in der Möglichkeit zur spontanen und situativen Kommunikation. Beispiel: Trifft ein Projektmitarbeiter zufällig auf eine Person, die ihm wichtige Informationen zu seinem Projekt mitteilt, kann er ad hoc andere Projektmitarbeiter, die gerade online sind, benachrichtigen und spontan in die Diskussion einbeziehen.

Mobile Datendienste: Ein Trend auf der CeBIT

Mobile Datendienste, die solche Szenarien verwirklichen helfen, wurden auf der diesjährigen CeBIT vorgestellt. So präsentierte die britische Firma Research in Motion beispielsweise ihre Lösung zur drahtlosen Kommunikation namens Black Berry. Das System 'verlängert' die bestehende Mailbox sowie andere Unternehmensleistungen, so dass Anwender Nachrichten von unterwegs aus senden, empfangen, weiterleiten und beantworten können. Das zum System gehörende Handheld integriert zudem Telefon-, SMS-, Browser- und Organizer-Funktionen.
Dass sich Unternehmen immer mehr mit dem Einsatz solcher mobilen Lösungen auseinander setzen müssen, zeigt nicht zuletzt eine Veranstaltung für Führungskräfte, die das Business Forum im Heinz Nixdorf MuseumsForum, Paderborn, Ende April 2004 durchgeführt hat: 'Mobile Kommunikation - Grundlagen für Führungskräfte' lautete der Titel des Seminars. Die Teilnehmer erhielten einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im Bereich mobile Unternehmensportale und mobile Office-Anwendungen. Zudem wurden Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsszenarien präsentiert.

Aufgabenverteilung per SMS

Wer mit M-Learning erst einmal im kleinen Rahmen experimentieren will, dem stehen u.a. relativ leicht zu integrierende SMS-Dienste zur Verfügung. Die Firma proxemo, Dortmund, z.B. bietet Fernlernintervalle per SMS im Anschluss an ein Seminar. Das Prinzip: Per Handy werden Aufgaben an die Teilnehmer verschickt.
Ähnlich funktioniert das neue SMS-Coaching der Weinreich Unternehmensberatung GmbH, Oldenburg. Nach einem Präsenzseminar oder begleitend zu einem e-Learning-Kurs erhalten die Teilnehmer jeden Morgen eine Verhaltensaufgabe per SMS, die über den Tag erledigt werden soll. Am Abend folgt eine Nachfrage per SMS, wie die Übung gemeistert wurde. Der Teilnehmer sendet als Antwort eine Ziffer. Entsprechend der Ziffer wählt das System dann das Niveau der nächsten Aufgabe aus.
'Für komplexe Wissensvermittlung ist das Handy natürlich nicht geeignet', sagt Geschäftsführer Uwe Weinreich. Bei verhaltensbezogenen Trainings mit Präsenzphasen vorweg könnten kleine, dosierte und kontinuierliche Lerneinheiten während der Arbeit aber den Lerneffekt erhöhen.
Autor(en): (pwa)
Quelle: Training aktuell 05/04, Mai 2004
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