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Beitrag von Nele Hirsch aus Training aktuell 02/26, Februar 2026
Die meisten Menschen haben im formalen Bildungssystem während ihrer Schulzeit eine spezifische Form der Lerngestaltung kennengelernt: den Unterricht. Unterricht bedeutet insbesondere, dass es ein festes und vorgegebenes Lernziel gibt, das von Anfang an feststeht. Dass die Aufgabe der Lehrenden primär die Wissensvermittlung ist. Dass alle das Gleiche zur gleichen Zeit lernen. Und: Dass am Ende isoliert überprüft und bewertet wird, ob ein bestimmter Inhalt im Kopf hängen geblieben ist – bevor er dann auch direkt wieder vergessen werden kann.
Wenn man beobachtet, wie Kinder lernen oder auch wie man selbst intrinsisch motiviert und freudvoll lernt, sieht Lernen jedoch anders aus. Meistens gibt es einen Auslöser, der einen antreibt, zum Beispiel Neugierde, etwas verstehen zu wollen, oder eine Irritation. Es ist vielfach offen, was am Ende herauskommen wird. Man lernt gemeinsam mit anderen und tauscht sich aus. Fehler gehören dazu und sind Lerngelegenheiten. Und der Erfolg des Lernens misst sich vor allem daran, ob sich mit dem Gelernten Wirkung entfalten lässt.
Die Digitalisierung transformiert die Tiefenstrukturen unserer Gesellschaft. Die Kommunikation wird schneller und direkter, Zusammenarbeit funktioniert anders, Wissen ist potenziell grenzenlos und kann niemals umfassend in irgendwelche Kompetenzmodelle eingepflegt werden.
Trotzdem prägt die Lerngestaltung in Form von klassischem Unterricht bis heute nicht nur Schulen, sondern oft auch die Erwachsenenbildung. Die fehlende Lernförderlichkeit konnte diesem System in der Vergangenheit nur wenig anhaben. Erfreulicherweise stellen aber im digitalen Wandel Lehrkräfte und erst recht immer mehr pädagogisch tätige Personen in der Weiterbildung dieses System zunehmend infrage. Das hat zwei gute Gründe: