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EdTech-Kongress OEB 2025
EdTech-Kongress OEB 2025

Auf der Suche nach „Agency“

Die OEB gibt seit jeher vor allem Technik-Enthusiasten und Lernwelt-Visionären eine Bühne. Umso bemerkenswerter ist, dass bei der 31. Ausgabe der internationalen Veranstaltung rund ums digitale Lernen viele Beiträge kritisch ausfielen, vor allem in Bezug auf KI. Viele Experten sehen darin nicht nur eine Chance, sondern vielmehr auch Risiken für die Bildung. Eine zentrale Frage lautete daher, wie Learning Professionals angesichts der scheinbar übermächtigen Technologie Handlungsfähigkeit bzw. „Agency“ behalten.

Zwei volle Tage plus Vorprogramm, bis zu 18 parallele Sessions mit Beiträgen von rund 250 Expertinnen und Lernprofis – die OEB, die am 4. und 5. Dezember in Berlin stattgefunden hat, ist nicht nur einer der größten Kongresse zum digitalen Lernen. Mit rund 2.000 Teilnehmenden aus 64 Ländern – die Deutschen bildeten dabei nur das viertgrößte Kontingent – ist sie auch die internationalste Veranstaltung zum Thema. Ein guter Ort, um zu erfahren, was die Community der Bildungsprofis weltweit umtreibt.

Überraschend war dabei weniger, dass das Thema Künstliche Intelligenz alle anderen überragte, sondern wie kritisch, zum Teil sogar warnend der Ton dabei ausfiel. Das ist insofern bemerkenswert, als die OEB seit jeher ein Hort der Technik-Enthusiasten ist, die lieber über Möglichkeiten sprechen als über Risiken, und die normalerweise vor Begeisterung sprühen, wie sie mit digitaler Technik die Lernwelt verändern und die Bildungschancen für alle verbessern wollen. Dass sich bei dieser 31. Ausgabe der OEB (ehemals: Online Educa Berlin) in den üblichen Optimismus eine gehörige Portion Nachdenklichkeit mischte, will also schon etwas heißen.

Besonders zeigte sich das in der Eröffnung: Dort äußerte Andrew Maynard, Direktor der School for the Future of Innovation in Society an der Arizona State University, die Sorge, dass wir zu sehr auf mögliche Anwendungen von KI schauen, und zu wenig darauf, was die Technik mit uns macht. Dabei könne es durchaus sein, dass KI eine Art „kognitives Trojanisches Pferd“ ist, dem wir Einlass gewähren, ohne die Gefahren zu reflektieren. Diese gehen nach Maynard vor allem von der verführerischen Reibungslosigkeit aus, mit der KI uns die Kopfarbeit abnimmt – und damit auf Dauer vielleicht auch die Fähigkeit, selbstständig und kritisch zu denken.

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