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Beitrag von Ingrid Gerstbach aus Training aktuell 04/26, April 2026
Vielleicht haben einige Trainerinnen und Trainer es bereits selbst erlebt: In einem Seminar entwickeln Kleingruppen eigene Modelle, Leitlinien oder Lösungsskizzen. Fachlich sind manche davon mittelmäßig, einige sogar problematisch. Und doch verteidigen die Gruppen ihre Ergebnisse mit erstaunlicher Leidenschaft. Verbesserungsvorschläge werden abgewehrt. Alternativen werden als „nicht passend“ abgetan.
Das ist jedoch keine grundlose Sturheit, sondern ein psychologischer Effekt, der sogenannte IKEA-Effekt: Menschen bewerten Dinge höher, wenn sie selbst an deren Entstehung beteiligt waren – wie bei einem Schrank des schwedischen Möbelhauses. Was wir selbst gebaut, gedacht oder formuliert haben, fühlt sich wertvoller an als etwas Fertiges von außen. Aus evolutionärer Sicht hat dieser Effekt Menschen dabei geholfen, Werkzeuge zu pflegen, Fähigkeiten zu verfeinern und Projekte zu Ende zu bringen.
Im Trainingskontext ist dieser Effekt allerdings ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite ist er Gold wert. Beteiligung erzeugt Identifikation. Wer selbst an einer Lösung gearbeitet hat, setzt sie eher um. Wer Inhalte mitentwickelt, erinnert sich besser. Auf der anderen Seite kann derselbe Effekt Lernprozesse blockieren. Drei typische Muster begegnen mir dabei immer wieder in Trainings:
Für Trainerinnen und Trainer liegt die Kunst darin, den Effekt bewusst zu gestalten. Drei Ansatzpunkte haben sich nach meiner Erfahrung bewährt:
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