Reflexion

Das Salomon-Paradoxon
Das Salomon-Paradoxon

Privat verstrickt, professionell beraten?

Können Coachs anderen helfen und sie professionell begleiten, obwohl sie ihr eigenes Leben nicht „im Griff“ haben? Für viele Weiterbildende und ihr Klientel wirkt das zunächst wie ein Widerspruch. Falsch, meint Berater Michael Wieden, und erklärt, warum dem nicht so ist und was das aus seiner Sicht für die Glaubwürdigkeit von Coachs bedeutet.

Einige kennen es vielleicht aus dem Privaten: Auf einen gut gemeinten Ratschlag folgt der Vorwurf „Was weißt du schon? Du bekommst es ja selbst nicht hin“. Eine alltägliche, spitze Bemerkung, die auf ein Phänomen verweist, das, wenn auch meist weniger spitz, ebenso im Coaching auftreten kann.

Das Szenario: Ein erfahrener Coach, Jahrzehnte Berufspraxis, beste Qualifikationen, zahlreiche erfolgreich begleitete Klientinnen und Klienten. Menschen können durch ihn wieder schlafen, Beziehungen stabilisieren sich, die Gesundheit verbessert sich, oder traumatische Erfahrungen werden aufgearbeitet. Zugleich zeigt sich im persönlichen Leben des Coachs jedoch ein anderes Bild, ob Schlafstörungen, eine Trennung, wiederkehrende Erkrankungen oder eigene unverarbeitete Themen. Das eigene Wissen zur Problembewältigung scheint für den Coach selbst nicht verfügbar zu sein. Entscheidungen werden vertagt, Gespräche vermieden, Emotionen gewinnen die Oberhand.

Von außen wirkt das irritierend, beinahe widersprüchlich: Wie kann jemand, der anderen so klar Orientierung bietet, in eigener Sache den Überblick verlieren? Die einfache Antwort lautet: weil er Mensch ist. Und weil hier ein psychologisches Muster greift, das stärker sein kann als Erfahrung und Fachwissen.

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