Reflexion

Besser verunsichert
Besser verunsichert

Lohnt es sich, sich zu verwöhnen?

Sich etwas Gutes zu tun, gilt als unkomplizierte Form der Selbstfürsorge. Doch ob Verwöhnen tatsächlich entlastet oder eher dazu beiträgt, Unangenehmes zu umgehen, zeigt sich erst im jeweiligen Kontext. Im neuen Teil seiner Artikelserie erklärt Berater und Coach Klaus Eidenschink, woran dysfunktionales Verwöhnen zu erkennen ist und warum es destruktive Muster eher stabilisiert, als Bedürfnisse zu unterstützen.

Wer wird schon nicht gern verwöhnt? Wer verwöhnt sich selbst nicht gern? Das ist purer Genuss – und was könnte man dagegen schon einzuwenden haben?

Wer bereits einige Teile dieser Artikelserie gelesen hat, wird ein grundsätzliches Prinzip vieler Gedankengänge vermutlich schon längst identifiziert haben: Alles, was ist, kann (und muss) darauf untersucht werden, wann es funktional oder dysfunktional ist. Denn das Gute kann schaden und das Schlechte nützlich sein. Ob etwas günstig oder ungünstig ist, bestimmt sich nicht durch die jeweilige Sache, sondern es hängt ab vom Kontext und der Beziehung, die sie zu diesem hat. Wer das Gute bestimmen möchte, der muss also immer drei Aspekte untersuchen:

  • Das, was er für gut hält – also etwa: Man hält Gerechtigkeit für eine gute Sache.
  • Das, wie sich das Gute zeigt – also etwa: Alle werden für jede Stunde Arbeit gleich bezahlt.
  • Und schließlich, drittens, die Relation zwischen dem einen und dem anderen – also etwa: Ist der Gerechtigkeit Genüge geleistet, wenn der eine doppelt so viel Output in einer Stunde schafft wie ein anderer?

Das Gute kann schaden und das Schlechte nützlich sein. Ob etwas günstig oder ungünstig ist, bestimmt sich nicht durch die jeweilige Sache, sondern es hängt ab vom Kontext und der Beziehung, die sie zu diesem hat.

Der Kontext entscheidet

Oft ist nämlich das Gleiche je nach Kontext einmal günstig (gleiche Arbeitsleistung bei gleicher Zeit) und einmal ungünstig (verschiedene Arbeitsleistung bei gleicher Zeit). Oder in ein und demselben Kontext sind zwei einander widersprechende Phänomene wichtig und nötig, sodass es falsch wäre, zwischen beiden zu entscheiden (der eine war krank und der andere gesund). Also ist es sinnvoll, wenn man darauf schaut, welche Funktion „Gerechtigkeit“ in Bezug auf unterschiedliche Bezugsgrößen hat.

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